Gesundheit : Nicht mehr zu stoppen

Laser, Viren und neue soziale Ordnungen: Die großen Gebiete sind abgesteckt

Amory Burchard

Der Physiker Jürgen Rabe denkt über Dinge nach, über die er vorher noch nie nachgedacht hat. Der Theologe Christoph Markschies ist „nicht mehr zu stoppen“. Und der Neurowissenschaftler Andreas Herz spricht von einer „bombastischen Initialzündung“. Aufbruchstimmung an der Humboldt-Universität: Am Freitag, einen Tag, nachdem sich die Ministerpräsidenten auf die Exzellenzinitiative geeinigt haben, sitzen die Wissenschaftler zusammen – und diskutieren.

Welche Sonderforschungsbereiche kann man zu einem Exzellenz-Netzwerk ausbauen? In diesen Bereichen gibt es schon von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) positiv begutachtete Projekte. Und gemeinsam mit dem Wissenschaftsrat wird jetzt wieder die DFG die Anträge begutachten. Oder soll sich die Humboldt-Uni auf neue Themen konzentrieren, weil die bereits laufenden womöglich als „abgearbeitet“ gelten?

Bislang stehen drei große Bereiche fest, mit denen die Uni antritt: der Campus Adlershof, die Lebenswissenschaften und die Geisteswissenschaften (siehe unten). Viel Zeit zu diskutieren und sich Partner von außerhalb – auch an den anderen Berliner Unis – zu suchen, bleibt nicht: Die Hochschulen sollen der DFG bis zum 1. August Themen sowie beteiligte Wissenschaftler nennen. Pro bewilligtem Exzellenz-Cluster wollen Bund und Länder rund 6,5 Millionen Euro ausschütten, für eine internationale Graduiertenschule eine Million Euro. Und Universitäten, die zudem „Zukunftskonzepte zum projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung“ vorweisen können, haben Aussicht auf insgesamt 21 Millionen Euro.

„Kryptisch“ findet HU-Präsident Jürgen Mlynek diese Formulierung – und hofft, dass bald die offizielle Ausschreibung kommt. Beim Zukunftskonzept möchte die HU mit ihrer Nachwuchsförderung punkten: Schon heute liege sie mit ihren 50 Junior- und anderen Nachwuchsprofessuren und ihren Graduiertenschulen bundesweit vorn. Durch den Wettbewerb sollen weitere „Graduate Schools“ hinzukommen.

Eines steht für die Wissenschaftler fest: Mit den zusätzlichen Millionen könnten sie Sprünge über Fächergrenzen hinweg schaffen. Und wenn das Programm doch noch scheitert, in Haushaltslöchern verschwindet oder im Bund-Länder-Streit zerrieben wird? „Dann werden wir trotzdem unsere Zentren gründen und bei anderen Drittmittelgebern auf der Matte stehen“, sagt Neurowissenschaftler Herz.

In den kommenden Wochen stellen wir in loser Folge Exzellenz-Programme der Berliner und anderer deutscher Unis vor.

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