Gesundheit : Nie wieder Ölwechsel

Gideon Heimann

Mit dem Altöl, das als Schmierstoff in Auto- und sonstigen Motoren ausgedient hat, muss man vorsichtig umgehen. Denn die mineralische oder synthetische Flüssigkeit kann das Grundwasser schädigen. Ein Liter Öl macht etwa eine Million Liter Wasser ungenießbar. In Deutschland fallen jährlich rund 500 000 Tonnen Altöl an, die zum großen Teil wieder aufgearbeitet werden. Doch Techniker haben jetzt ein neues Schmierstoffkonzept für Dieselmotoren entwickelt, das mehrere Vorteile bringt. Wie der Leiter des Konzernlabors der Fuchs Petrolub AG in Mannheim, Rolf Luther, in der Fachzeitschrift "Nachwachsende Rohstoffe" berichtet, fällt gar kein Altöl mehr an - geschmiert wird mit Material, das aus Raps und Sonnenblumen gewonnen wird.

Insbesondere bei Automotoren sind die Anforderungen in den vergangenen Jahren extrem gewachsen. Sie sollen bei jeder Witterung vom Kaltstart an sofort Reibung verhindern, dann aber auch bis zu 30 000 Kilometer Laufleistung halten (oder ein Jahr).

Bio-Öle hingegen zeigen eine weit geringere Altersbeständigkeit, was an den ungesättigten Kohlenwasserstoffketten liegt. Sie werden daher bislang nur als "Verlustöle" zum Beispiel zum Beimischen in den Kraftstoff bei Zweitaktmotoren von Motorbooten eingesetzt. Prinzipbedingt verschwindet bei Zweitaktern einiges Öl mit dem Auspuffgas nach draußen. Insofern gelten solche Öle als geringeres Übel, denn die sind in der Umwelt vergleichsweise schnell abbaubar.

Der Dieselmotor verbrennt den Kraftstoff aber sauberer, außerdem kann er ohnehin mit Biodiesel gefüttert werden. Das legt nahe, das Motoren-Schmieröl nur eine deutlich kürzere Zeit im Aggregat kreisen zu lassen und es dann kontinuierlich dem Kraftstoff beizufügen. Das "Plantotronic"-Prinzip macht daher Ölwechsel überflüssig, es muss lediglich dafür gesorgt werden, dass der Vorratsbehälter gefüllt ist.

Und auch das ist keine Grundbedingung mehr: Bei Versuchen mit Dieselmotoren für Blockheizkraftwerke (BHKW) wurde das Rapsöl aus dem Kraftstoffvorrat genommen und mit einem Schmiermittelkonzentrat vermengt. Die Sechszylinder stehen bei der Bayerischen Landesanstalt für Landtechnik in Weihenstephan und haben bereits über 2500 Betriebsstunden hinter sich.

Gerade bei BHKW-Dieseln und solchen für Notstromaggregate ist die Technik besonders interessant, denn bei der herkömmlichen Vorgehensweise müssen die Schmieröle alle 300 bis 500 Betriebsstunden gewechselt werden. Die Techniker arbeiten nun daran, die Umrüstung solcher Stationärmotoren zu vereinfachen. Die Emissionen dieser Betriebs- und Schmierart jedenfalls unterscheidet sich nicht von den Werten, die im konventionellen Betrieb entstehen.

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