Gesundheit : Nobelpreis: Auszeichnungen für die Väter des Computers

tdp

Der in Weimar geborene Herbert Kroemer steht mit 72 Jahren ganz oben auf der Halbleiter. Zusammen mit dem Russen Zhores I. Alferow und dem Amerikaner Jack S. Kilby teilt sich der theoretische Physiker, der 1959 in die USA auswanderte, den diesjährigen, mit umgerechnet 2,1 Millionen Mark dotierten Physik-Nobelpreis. Die Auszeichnung geht damit an drei Wegbereiter des Informationszeitalters, ohne deren Entdeckungen Computer, Handys und andere Geräte, die uns heute im Alltag umgeben, undenkbar wären.

Auch die drei Chemie-Nobelpreisträger haben Grundlagen der modernen Elektronik erforscht. Die Amerikaner Alan Heeger und Alan MacDiarmid sowie der Japaner Hideki Shirakawa werden für die Entdeckung und Entwicklung von Kunststoffen ausgezeichnet, die den elektrischen Strom leiten können. Eine revolutionäre Entdeckung, da Kunststoffe doch zunächst als Nichtleiter bekannt waren und deshalb etwa zur Isolation von Stromkabeln eingesetzt werden. Der 76 Jahre alte Kilby hat bereits in den 50er Jahren elektronische Bauelemente wie Transistoren erstmals zu miniaturisierten Schaltkreisen, den späteren Chips, verbunden. Bei Texas Instruments brachte er die Entwicklung des ersten Taschenrechners auf den Weg. Mit den von Kroemer und Alferow erfundenen und weiterentwickelten geschichteten Halbleitern ließen sich immer schnellere Elektronikkomponenten herstellen, unter anderem auch Laserdioden, die heute überall in CD-Playern oder der Telekommunikation eingesetzt werden. Die Möglichkeiten, die sich aus der Verwendung billiger, flexibler Kunststoffe in der Mikroelektronik ergeben, lassen sich noch gar nicht abschätzen. Der Festakt zur Verleihung der Nobelpreise erfolgt wie jedes Jahr am 10. Dezember in Stockholm, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

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