Gesundheit : Noch ein Kandidat für die Spitze

Wie Berlins Technische Universität besser werden will

Uwe Schlicht

Die Technische Universität Berlin will nur etwa 50 Professoren einsparen. Das sieht der Plan zur zukünftigen Struktur der TU vor, den ihr Präsident Kurt Kutzler am 28. Januar im Akademischen Senat der Hochschule vorstellen will. Mit seinem Vorschlag, nur 50 Professuren zu streichen, erfüllt Kutzler die Sparvorgaben des Berliner Senats nicht. Diese sehen vor, dass die Uni 30 Millionen Euro bis zum Jahr 2009 einsparen muss – wogegen sich die TU seit Monaten wehrt. Die Humboldt-Universität und Freie Universität müssen jeweils etwa 80 Professuren aufgeben, um ihren Anteil an der Sparsumme von insgesamt 75 Millionen Euro zu erbringen.

Obwohl die TU sich gegen die Höhe der Sparsumme wehrt, denkt sie über eine Neuordnung der Fakultäten nach. Kutzler geht davon aus, dass dabei die Ingenieur- und Naturwissenschaften nicht geschädigt werden dürfen, um Berlins Innovationskraft keinen Schaden zuzufügen.

Der ständigen Kritik in der Öffentlichkeit, die Studienzeiten an der Technischen Universität seien zu lang und die Abbrecherquoten zu hoch, will Kutzler jetzt mit einer umfangreichen Studienreform begegnen. Da die TU keine Aufnahmeprüfungen für Studienbewerber vornehmen darf, will sie eine Orientierungsphase einführen. In einer Prüfung soll dann festgestellt werden, ob sich die Studenten für anspruchsvolle technische oder naturwissenschaftliche Studiengänge eignen. Kutzler will damit die Zahl der Abbrecher senken. Außerdem soll die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge konsequent vorangetrieben werden. Eine Voraussetzung dafür ist die Modularisierung der bestehenden Studiengänge bis 2004.

Beim Neujahrsempfang der Technischen Universität sagte Kutzler, man könne sehr wohl Universitäten zu Eliteeinrichtungen entwickeln, wenn genügend Geld für den Wettbewerb um Spitzenleistungen ausgeschrieben werde. Kutzler erinnerte daran, dass die führende technische Universität in Europa, die Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich (ETH), über einen Etat von einer Milliarde Franken verfüge. Für die TU mit ihrem geringeren Etat in Höhe von 376 Millionen Euro sieht Kutzler dennoch gute Chancen im Wettbewerb um die Elite.

So habe die TU in der Konkurrenz mit zehn anderen deutschen Universitäten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft den Zuschlag für ein Exzellenzzentrum in der Mathematik erhalten. Auch in der Mobilkommunikation habe die TU einen beachtlichen Platz errungen. Die TU werde Deutschlands Sprung nach China im neu gegründeten „Sino German Mobile Communication Institute“ auf den größten Mobilkommunikationsmarkt maßgeblich mitgestalten.

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