Gesundheit : Noch keine Heilung, aber verlängertes Leben

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Die Anfang der 80er Jahre erstmals diagnostizierte Immunschwächekrankheit Aids ist immer noch unheilbar. Nach der Infektion mit dem HIVirus (HIV) produziert das menschliche Abwehrsystem zwar Antikörper, doch bleiben diese wirkungslos. Ohne Behandlung kollabiert das Immunsystem. Die Aids-Erkrankung bricht aus und führt zum Tode.

Das Virus ändert ständig seine Struktur und macht sich dadurch schwer angreifbar. Bis heute ist es nicht gelungen, den Erreger mit Arzneien vollständig zu zerstören. Seit 1996 stehen aber Medikamente zur Verfügung, die den tragischen Krankheitsverlauf ändern können.

Man nennt sie „antiretroviral“ ,da sie die Vermehrung der Viren (HIV gehört zu den „Retroviren“) hemmen. In der Regel wird eine Kombination von drei verschiedenen Medikamenten eingenommen (Kombinationstherapie). Das senkt die Zahl der HI-Viren im Körper, das Leben der Infizierten verlängert sich. Das Risiko für Folgeerkrankungen wie Krebs und Tuberkulose nimmt ab. So ging seit Mitte der 90er Jahre die Todesrate unter HIV-Infizierten in den reichen Ländern um bis zu 70 Prozent zurück.

In den Entwicklungsländern waren diese Medikamente anfangs zu teuer. In den letzten drei Jahren wurden die Hersteller durch internationalen Druck zu drastischen Preissenkungen gezwungen. Außerdem werden mittlerweile preisgünstige Nachahmerprodukte hergestellt. pja

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