Gesundheit : Numerus clausus in der Informatik: Abstrafung durch Politiker befürchtet - Ewers verteidigt NC

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Die drei großen Universitäten in Berlin haben die Einführung des Numerus clausus in der Informatik beschlossen. Sie müssen sich nun mit einer Situation auseinandersetzen, die TU-Präsident Hans-Jürgen Ewers in der jüngsten Sitzung des Akademischen Senats so einschätzt: Der NC werde weder von Politikern noch in der Öffentlichkeit verstanden. Ewers befürchtet, dass die Universitäten an dem NC-Problem der Informatik noch lange zu knabbern haben, nämlich bei zukünftigen Verhandlungen über die Fortschreibung der Hochschulverträge. Es sei durchaus möglich, dass den Universitäten vorgehalten werden könnte, bei der Lösung des Problems versagt zu haben. Damit könnte die politische Seite dann eine "Abstrafung" der Universitäten begründen.

Aber, so Ewers, "der TU fehlt der Speck, um das Fach weiter auszubauen". Es sei auch nicht so ohne weiteres möglich, Professuren aus anderen Fachbereichen für die Informatik umzuwidmen. Theologen seien eben nur sehr begrenzt als Informatiker einsetzbar. Zum Wintersemester könnten nicht mehr als 430 Studenten neu immatrikuliert werden, davon nur 130 für die Theoretische Informatik.

Ewers äußerte die Vermutung, dass künftig weitere deutsche Universitäten gezwungen sein würden, aufgrund der anhaltenden Spardiktate bei der Informatik einen Numerus clausus einzuführen. Für die kommende Woche seien mit Wissenschaftssenator Stölzl Gespräche vereinbart worden, in denen Maßnahmen zum Ausbau der Informatik beraten werden sollen. Zusätzliche Mittel aus dem Landeshaushalt seien jedoch kaum zu erwarten. Vielmehr sei jetzt die Wirtschaft gefordert, sich an der Ausbildung künftiger Informatiker an den Hochschulen auch finanziell zu beteiligen.

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