Gesundheit : Numerus clausus wird höher für Grundschullehrer

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Die Freie Universität registriert eine „neue Attraktivität“ des Lehrerstudiums. Auf 61 Plätze in der Grundschulpädagogik habe es 1176 Bewerbungen gegeben, sagte FU-Vizepräsident Werner Väth am Mittwoch. Es zeichne sich ab, dass der Numerus clausus deshalb in diesem Semester bei mindestens 1,5, vermutlich aber noch höher liegen werde. Obwohl ein Spitzenabitur kaum etwas über die pädagogische Begabung aussagt, will die FU in diesem Semester nicht von der neuen Möglichkeit Gebrauch machen, zusätzliche Auswahlkriterien anzuwenden. In Sozialkunde gab es 518 Bewerber auf 86 Plätze, in der Biologie für Lehrer bewarben sich 260 auf 76 Plätze, in Mathematik 156 auf 80 Plätze. Zu wenig Bewerber habe es dagegen in Altgriechisch oder Physik gegeben.

Die FU stellte am Mittwoch ihr neues Lehrerbildungszentrum vor. Mit den Lehrerbildungszentren, zu denen Politiker Berlins Unis gezwungen haben, sollen angehende Lehrer eine eigene Anlaufstelle bekommen. So soll das FU-Zentrum etwa das Beratungsangebot bündeln, Praktika in „Ausbildungsschulen“ vermitteln oder Überschneidungen von Kursen vermeiden helfen, wie FU-Präsident Dieter Lenzen sagte.

Wird mit dem neuen Zentrum alles besser? Der Student Stefan Günther von der Lehramtsinitiative der FU ist skeptisch. „Es werden nur Bereiche zusammengefasst, die es schon gab.“ Bernd Wurl, Fachdidaktik-Professor für Mathematik, bedauert es, dass angehende Lehrer weiterhin keine auf sie zugeschnittenen Mathematik-Kurse an der FU bekommen – das ließen die Kapazitäten nicht zu. Auch sei es problematisch, dass wegen des Sparzwangs die Fachdidaktikprofessuren abgebaut und die Lehre Studienräten übertragen werden. Diese hätten weder Zeit zu forschen, noch könnten sie den wissenschaftlichen Nachwuchs für die Didaktik heranziehen. Dieser Trend sei bundesweit zu beobachten. akü

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