Gesundheit : „Ötzi“ war ein Südtiroler

Der Gletschermann stammte vermutlich aus dem Eisacktal

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Der berühmte Gletschermann „Ötzi“ stammte nach Erkenntnis von Geologen wahrscheinlich aus dem Südtiroler Eisacktal. Er bewegte sich Zeit seines Lebens nur in den Tälern bis zu 60 Kilometer südlich seines Fundortes, einem Gletscher an der heutigen Grenze zwischen Österreich und Italien. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachjournal „Science“ (Band 302, Seite 862) vom Freitag. Das Ergebnis stützt sich auf einen Vergleich der unterschiedlichen Erscheinungsformen chemischer Elemente (Isotope) in Ötzis Zahnschmelz und Knochen mit denen in der Erde und dem Wasser der Umgebung.

So gelang es dem Team, die Herkunft des Gletschermannes aus dem Sauerstoffanteil in einem Eckzahn zu lokalisieren. Der Wert entspreche in etwa dem, der noch heute bei Menschen aus dem Eisacktal zu finden sei, berichtet das Team um Wolfgang Müller von der Staatlichen Universität Canberra in Perth (Australien). Der Sauerstoffgehalt gebe Aufschluss über das Wasser, das Ötzi als drei bis fünfjähriges Kind getrunken hatte, erläutern die Forscher.

Demnach wuchs er wahrscheinlich in der Nähe des heutigen Feldthurns auf. Alternativ kämen das Pustertal, das Etschtal bei Meran und möglicherweise auch das Ultental in Frage. Das Wasser aus dem vom Atlantik kommenden Niederschlag im Norden der Alpen habe eine andere Beschaffenheit als das vom wärmeren Mittelmeer im Süden. In der Nähe des Fundorts entspreche die Wasserscheide zwischen den nördlichen und südlichen Alpen der Ländergrenze von Österreich und Italien, erläutern die Forscher.

Isotopen-Merkmale aus mehreren Knochenproben, unter anderem des Oberschenkelknochens und aus Ötzis inneren Organen, ließen dagegen Schlüsse auf die Nahrung des Gletschermannes bei seinen späteren Wanderungen zu, heißt es weiter.

Demnach hielt sich Ötzi bevorzugt im Etschtal rund 10 bis 20 Kilometer westlich von Meran auf. Die Wissenschaftler halten es auch für durchaus möglich, dass er im Sommer auf die Berge des Ötztals kletterte und sich dort ein paar Wochen oder Monate in Höhen oberhalb der Baumgrenze aufhielt.dpa

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