Gesundheit : Ohne Instrumente, doch mit aktiver Mitarbeit der Frau

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Mifepriston , der Wirkstoff der „Abtreibungspille“ , ist ein Gegenspieler des Gelbkörper-Hormons Progesteron , ein so genanntes Antigestagen .

Progesteron, das während des monatlichen Zyklus in den Eierstöcken und im Fall einer Schwangerschaft später auch im Mutterkuchen gebildet wird, hat eine entscheidende Funktion für die Vorbereitung und den Erhalt der Schwangerschaft.

Mifepriston hemmt die Wirkung des Hormons, indem es sich an die eigentlich für Progesteron bestimmte Andockstelle bindet und sie blockiert. Wenn das Progesteron nicht zum Zug kommt, ist die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft nicht möglich.

Während Mifepriston als Gegenspieler des Progesteron der Schwangerschaft sozusagen den hormonellen Boden entzieht, sorgt beim medikamentösen Schwangerschaftsabbruch ein Mittel aus einer zweiten Medikamentengruppe, ein Prostaglandin , für das Zusammenziehen der Gebärmutter und das Ausstoßen ihres Inhalts.

Prostaglandine werden natürlicherweise in verschiedenen Körpergeweben hergestellt und haben vielfältige Aufgaben, unter anderem auch bei der Auslösung von Wehen.

Die synthetisch hergestellten Prostaglandine werden 36 bis 48 Stunden nach der Gabe von Mifepriston bei einem weiteren Arztbesuch als Tablette, Gel oder Scheidenzäpfen gegeben.

Es kommt zu Blutungen ähnlich wie bei einer Fehlgeburt, die bis zu zwölf Tage dauern können.

Misoprost ol wirkt wie ein Prostaglandin und wird seit Anfang der 1990er Jahre in Frankreich beim medikamentösen Schwangerschaftsabbruch eingesetzt.

Die Anwendung von Mifepriston und Misoprostol führt bei 96 Prozent der Frauen zum vollständigen Abbruch der Schwangerschaft. Dies geschieht ohne Instrumente und Betäubung, dauert aber länger und setzt eine aktive Mitarbeit der Frauen voraus. aml

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