Gesundheit : Operation am virtuellen Patienten

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"Medizin aus Berlin - von Sauerbruch zum virtuellen OP": unter diesem Motto steht eine Ausstellung in den Potsdamer Platz Arkaden vom 9. bis zum 12. Mai. Präsentiert wird vor allem medizinische Spitzentechnik aus und in Berlin, doch kann man sich auch auf "Risikofaktoren" testen lassen oder das Operieren üben.

Mit von der Partie ist die Klinik für Minimal Invasive Chirurgie. Sie stellt den weltweit ersten Operationssaal vor, der nur für die "Schlüsselloch-Chirurgie" gemeinsam mit der Firma Storz entwickelt wurde. Der besondere Pfiff liegt darin, dass der "sterile" Operateur den Zugriff auf alle für die Operation wichtigen technischen Systeme hat und sie steuern kann.

"Ständig kommen Fachleute aus den USA, um sich unseren Operationssaal anzusehen", berichtete Chefarzt Omid Abri bei der Vorstellung von "Medizin aus Berlin" am Mittwoch. "Dort hat man die Bedeutung dieser Technik erkannt und wird sie nachbauen." In Deutschland sei das Interesse daran, neue Technik auch zu vermarkten und in den Krankenhäusern in Spezialabteilungen zu konzentrieren, dagegen noch zu gering.

Dem stimmte auch Ingeborg Schwenger-Holst, Managerin der Klinik, zu. "Wir Deutschen müssen aus den Filzlatschen raus." Ihre am Krankenhaus Hubertus angesiedelte Klinik habe es geschafft, die Kosten pro Patient auf 60 Prozent im Vergleich zum Berliner Durchschnitt (4800 statt 9000 Mark) zu drücken. Die Patienten würden nur 1,8 Tage in der Klinik bleiben, die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten sei deshalb besonders intensiv.

Noch ein Stück futuristischer geht es im "OP 2000" der Robert-Rössle-Klinik in Berlin-Buch zu. An dem Krankenhaus arbeiten Georgi Graschew und der Chirurg Peter Schlag daran, die Information über den Patienten mit Computerhilfe leichter verfügbar zu machen und zwischen den verschiedenen Ärzten besser auszutauschen. So konstruiert man räumliche Körpermodelle oder dreidimensionale Kamerasysteme, über die nicht anwesende Ärzte ihre Kollegen beim Operieren am Bildschirm verfolgen können. Pathologen können einen elektronisch übermittelten Gewebeschnitt aus dem Krankheitsherd begutachten und eine "Ferndiagnose" stellen. Auch der "OP 2000" hat schon das Interesse ausländischer Experten geweckt - in seinem Fall waren es die Japaner, die ein ähnliches System gleich 32mal in verschiedenen Krankenhäusern installierten.Mehr zum Thema unter

www.berliner-wissenswerte.de

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