Gesundheit : Optik: Es wurde Licht

Gideon Heimann

Über der Wissenschaftslandschaft unserer Region geht ein sehr kleines Licht auf - und genau das muss es auch sein, beschreiben doch die messtechnischen Vorsilben "micro" und "nano" jene wichtige Eigenschaft, die die Optik zur Schlüsseltechnologie dieses Jahrhunderts machen soll. Am Donnerstag ging es um rund 70 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Verbände, die sich zur Optec Berlin-Brandenburg zusammengeschlossen haben. Diese wiederum gehört zu den (sieben) Siegern des Bundeswettbewerbs "Kompetenznetze Optische Technologien". Und das wurde im Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof gefeiert.

Freilich ist damit nur die erste Hürde genommen, denn die eigentliche Arbeit, die Deutschlands Konkurrenzfähigkeit auf diesem wichtigen Sektor fördern soll, beginnt nun erst. Die Optik ist so vielseitig einsetzbar wie es die Mechanik im 19. und die Elektronik im 20. Jahrhundert war. Sie ist ein Werkzeug, wenn es um Strukturanalysen kleinster Teile geht - und das reicht von der Biotechnologie bis hin zur Messtechnik und der Materialforschung.

Sie dient zudem der Medizin und der Produktionstechnik, vor allem bei kleinen Bauteilen. Und dass die Datentechnik und -übermittlung auf den Signalträger Licht angewiesen ist, beweisen schon die bisher gezogenen Glasfaserleitungen. Nun soll es an den Verteilschaltern weiter gehen, um das Tempo der Datenübertragung (und damit die Informationsmenge) zu vervielfachen.

Wie die Staatssekretärin der Berliner Technologieverwaltung, Gisela Meister-Scheufelen, betonte, liege der Erfolg unserer Region bei dem Wettbewerb vor allem an der hier versammelten wissenschaftlichen Kompetenz, die nun zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts beitragen soll. Bereits in der Biotechnologie, in der Medizin- und der Verkehrstechnik haben sich hier jeweils bis zu 300 Unternehmen angesiedelt. Und nun komme die Optik hinzu, die schon im vergangenen Jahr ein beachtliches Umsatzplus von 30 Prozent aufweisen konnte.

Auch das Optik-Projekt soll die dringend benötigte Vernetzung zwischen Forschung und wirtschaftlicher Nutzung voranbringen, und zudem dafür sorgen, dass neue Firmen entstehen, die die Abhängigkeit vom amerikanischen Markt mindern. So wurde allgemein beklagt, dass es noch zu wenig Zulieferfirmen gibt, die Produkte anbieten, welche im weiteren Herstellungsprozess von Geräten benötigt werden.

Die bundesweite Suche nach Kompetenzzentren begann vor etwa anderthalb Jahren, es folgten eine Reihe von Auswahlschritten. Über die Vergabe der Fördermittel wird im Herbst entschieden, die Gesamtsumme wird Schätzungen zufolge mindestens 100 Millionen Mark pro Jahr betragen. Der Verbund ist zunächst auf eine Laufzeit von fünf Jahren eingerichtet worden, für die Geschäftsstelle werden etwa 500 000 Mark jährlich veranschlagt, die zur Hälfte von den Mitgliedern aufgebracht werden müssen. Für die Zwischenfinanzierung sorgte die Technologiestiftung Berlin.

Zu den beteiligten Unternehmen gehören etwa Schering und Siemens sowie Infineon, Osram und Krone. Als Forschungseinrichtungen sind unter vielen anderen die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Bessy II, die UV- und Röntgentechniker des Max-Born-Instituts sowie das Heinrich-Hertz-Institut beteiligt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben