Gesundheit : Otto I. besiegt die ungarischen Reiterhorden

Ingo Bach

Heute vor 1044 Jahren, am 10. August 955, schlägt der deutsche König Otto I. (936-973) auf dem Lechfeld bei Augsburg ein starkes ungarisches Heer. Weil er diesen Sieg mit der Unterstützung der meisten deutschen Stämme errang, legt er damit einen wichtigen Grundstein zur endgültigen Konstituierung eines Deutschen Reiches.

Die Ungarn waren zu dieser Zeit ein nomadisierendes, heidnisches Reitervolk, das immer wieder auch in die deutschen Lande einfiel. 955 drangen die Ungarn wieder nach Süddeutschland vor und belagerten Augsburg, in dem sich Bischof Udalrich so lange halten konnte, bis der von einem Boten alarmierte König Otto I. mit seinem Aufgebot vor den Stadtmauern auftauchte.

Auch ein böhmisches Kontingent hatte sich Otto I. angeschlossen. Zu oft hatte man sich den plündernden Ungarn unterwerfen müssen, nun sollte die Gefahr mit den vereinten deutschen-böhmischen Kräften endgültig beseitigt werden.

Ottos Hofgeschichtsschreiber, der Mönch Widukind von Corvey, hat die Schlacht in den Niederungen des Lechfeldes bei Augsburg überliefert. Nach seinen Schilderungen stand der Kampf zunächst sehr ungünstig für des Königs Truppen. Doch - so Widukind - der König habe seine Kräfte so geschickt und unter großem persönlichen Mut geführt, dass unter seinem Zeichen der Heiligen Lanze ein vollständiger Sieg über die Ungarn errungen wurde. Die zogen sich in ihr Territorium zurück und begannen seßhaft zu werden. Die Ungarn-Gefahr war endgültig gebannt.

Die öffentliche Wirkung dieses vollständigen Sieges war überwältigend. Für die Zeitgenossen war dies ein deutliches Zeichen dafür, dass die Gnade Gottes auf dem Herrscher ruhte. Damit war ein großer Schritt zur Einigung der deutschen Stämme getan (und durch die Teilnahme der Böhmen auch zur Entstehung eines tschechischen Staates). Auf dem Weg vom Ottonischen zum Heiligen Römischen Reich deutscher Nation war man ein erhebliches Stück vorangekommen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben