Gesundheit : Ozonschicht: Partikel verstärken den Ozonabbau

Deutsche Wissenschaftler haben erstmals Partikel in der Ozonschicht nachgewiesen, an deren Oberfläche Chloratome das Ozon abbauen. Diese Salpetersäure-Trihydrate bleiben bei höheren Temperaturen stabil und könnten so den Zeitraum des Ozonabbaus deutlich verlängern. Das berichten Konrad Mauersberger vom Max-Planck-Institut für Kernphysik und seine Kollegen dem Magazin "Science" (Bd. 290, S. 1756).

Die Heidelberger Forscher hatten im Januar 2000 einen Atmosphärenballon über Kiruna in Schweden in bis zu 24 Kilometer Höhe aufsteigen lassen. Dabei stellten sie fest, dass sich die Zusammensetzung der Stratosphärenwolken sehr stark unterschied. Bei sehr tiefen Temperaturen bestanden sie aus Wassereis, bis etwa minus 81 Grad aus Tropfen flüssigen Wassers, bis zu minus 77 Grad aber fast ausschließlich aus Salpetersäure-Trihydraten. In letzteren gruppieren sich drei Wassermoleküle um ein zentrales Salpetersäure-Molekül.

Die Trihydrate waren bereits lange vorhergesagt, aber noch nie nachgewiesen worden. Der Fund könnte Auswirkungen auf das Verständnis des Ozonabbaus haben. Die Teilchen lösten sich innerhalb weniger Grade wieder auf, sagt Mauersberger. "In den Atmosphärenwolken kann dies aber sehr viel ausmachen." Vor allem im frühen und späten Winter verstärkten die Partikel den Abbau des Ozons.

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