Gesundheit : Paradies des Lernens

Informationszentrum auf dem Campus Adlershof eingeweiht

Marén Balkow

„An einem Tag wie diesem müssen wir innehalten, um das Positive zu würdigen.“ Jürgen Mlynek, Präsident der Humboldt-Universität, eröffnete am Montag das Erwin Schrödinger-Zentrum, die naturwissenschaftliche Bibliothek der HU auf dem Campus Adlershof. Der streitbare Präsident warb dafür, die jüngsten Zwistigkeiten in der Berliner Hochschulpolitik für ein paar Stunden beiseite zu lassen – und gemeinsam zu feiern. Der Ehrengast, der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, fehlte allerdings. Er müsse sich auf die am Mittag beginnende Sparklausur des Senats vorbereiten, ließ sich Wowereit entschuldigen. Eines der brisanten Themen: Mögliche weitere Einsparungen an den Berliner Universitäten.

„Die Politik ist ihrer Verpflichtung gegenüber dem Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort hier vollkommen gerecht geworden“, lobte HU-Präsident Mlynek. Dafür sei er sehr dankbar. Der neue Campus in Adlershof wird mit Mitteln des Bundes und des Landes Berlin finanziert. In diesen für die Hochschulen besonders schwierigen Zeiten sei das alles andere als selbstverständlich, sagte Mlynek.

Mit dem Erwin Schrödinger-Zentrum haben Berlin und der Bund der Humboldt Universität einen weiteren wichtigen Baustein für ihren naturwissenschaftlichen Standort finanziert. Das Informationszentrum gilt als „Herzstück“ der Forschungs- und Technologielandschaft in Adlershof. So integriert der 40 Millionen Euro teure Neubau Bibliothek, Rechenzentrum, Lehr- und Konferenzräume sowie multimediale Audiostudios an einem Ort.

Das sei in dieser Form deutschlandweit einmalig und fände auch in der Welt kaum ein Pendant, sagte Daniel Gössler, einer der verantwortlichen Architekten. Gössler hält in seinem Bau „die soziale Komponente“ für entscheidend. An der zentralen Bibliothek und an dem Rechenzentrum kommt in Zukunft kein HU-Student der Naturwissenschaften vorbei. Das nach dem Berliner Nobelpreisträger in Physik benannte Erwin Schrödinger-Zentrum soll Studierende und Forscher an den weitab von der Mitte Berlins im Südosten der Stadt gelegenen Campus locken. „Der Bau ist vollkommen nutzerorientiert“, sagt Gössler, „ein Paradies für Studierende.“

Der Bücherbestand aus ehemals acht Bibliotheken und das Hauptrechenzentrum wurden in Adlershof unter einem Dach vereint. Unter einem Dach, dem seine Bau- und Nutzungsgeschichte noch deutlich anzusehen ist. Überall in dem neu erbauten Komplex lassen sich Wände und Decken aus altem Ziegelstein wiederentdecken. Es sind restaurierte Überbleibsel der verfallenen, aber denkmalgeschützten Flugzeughallen der ehemaligen Versuchsanstalt für Luftfahrt in Adlershof.

In der Langen Nacht der Wissenschaften am Sonnabend, dem 14. Juni 2003, präsentiert sich der Campus Adlershof mit einer Reihe von Veranstaltungen. Das Programm im Internet unter: www.langenachtderwissenschaften.de

Der Campus Adlershof im Internet:

www.hu-berlin,de/hu/adlershof/

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