Pharmaunternehmen Grünenthal entscheidet : Kein Geld mehr für Contergan-Geschädigte

Der Contergan-Zweiteiler auf der ARD ist auf großes Interesse bei den Zuschauern gestoßen. Fast jeder vierte Zuschauer schaute am Mittwochabend den ersten Teil „Contergan – Eine einzige Tablette“. Dennoch will das Pharmaunternehmen Grünenthal keine weiteren Entschädigungen an contergangeschädigte Menschen zahlen.

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Erregt viel Aufmerksamkeit: ARD-Zweiteiler über den Contergan-Skandal. -Foto: ddp

7,27 Millionen Menschen sahen Mittwochabend den ersten Teil des ARD-Zweiteilers "Contergan – Eine einzige Tablette". Damit erfährt der größte Arzneimittelskandal der Bundesrepublik eine neue Gewichtung.

Der Bundesverband Contergangeschädigter sieht den ARD-Zweiteiler als Ansporn für das Aachener Pharmaunternehmen Grünenthal, weitere Entschädigungszahlungen vorzunehmen: "Der Film kann eine Motivation für Grünenthal sein, den Dialog mit den Betroffenen aufzunehmen", sagte die Vorsitzende Margit Hudelmaier. Dieses wiederum sieht sich nicht bereit, erneut Geld an contergangeschädigte Menschen zu zahlen. Ein wichtiger Grund dafür sei die "stark emotionale Atmosphäre" durch den ARD-Zweiteiler.

Das Unternehmen sei seiner Verantwortung gegenüber den Betroffenen durch die freiwillige Zahlung von 110 Millionen Euro nachgekommen, hieß es am Mittwochabend in einer Erklärung des Unternehmens gegenüber dem ARD-Talkmagazin "Hart aber fair".

Die finanzielle Versorgung der Betroffenen übernimmt das "Hilfswerk für behinderte Menschen", welches auch über die Höhe der Leistungen entscheidet. Margit Hudelmaier dazu: "Die Menschen sind entsetzt, wenn sie hören, was als Entschädigung gezahlt wird". Die Rentenzahlungen beliefen sich auf maximal 545 Euro. Angesichts der Lebensumstände und Folgeschäden sei das viel zu wenig. (mit dpa)

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