Gesundheit : Pharmazie: Rheuma-Mittel und Fehlgeburts-Risiko

Frauen, die zu Beginn ihrer Schwangerschaft ganz bestimmte Schmerzmittel nehmen, haben statistisch gesehen ein höheres Risiko von Fehlgeburten. Das berichteten dänische Mediziner jetzt in der Fachzeitschrift "British Medical Journal" (Band 322, Seite 266). Die Forscher hatten einige Präparate aus der Gruppe der nicht-steroidalen anti-entzündlichen Mittel untersucht. Die Medikamente - darunter befanden sich vor allem Rheumamittel - waren ärztlich verordnet worden.

In der Studie seien unter anderem Mittel mit den Wirkstoffen Naproxen und in höheren Dosen verordnetes Ibuprofen aufgenommen worden, sagte der leitende Autor, Gunnar Lauge Nielsen, vom Department of Medicine am Odder Hospital in Odder (Dänemark) auf Nachfrage.

Nielsen und seine Kollegen betonen, dass ihre Ergebnisse nicht unbedingt zeigten, dass die Schmerzmittel die Ursache der Fehlgeburten seien. "Wir haben eine Verbindung gefunden, können aber nicht sagen, ob die Schmerzmittel die Ursache der Fehlgeburten waren", sagt Nielsen. Diese könnten auch in Störungen liegen, die die Schmerzen hervorriefen, die gerade mit den Medikamenten bekämpft werden sollten. Die Studie zeige zudem keinerlei statistische Verbindung der Mittel mit Frühgeburten, geringem Gewicht oder Geburtsfehlern der Kinder.

Das britische Royal College der Geburtshelfer und Frauenärzte riet angesichts der Studie den werdenden Müttern, vorsorglich auf derartige Mittel zu verzichten und auf andere Stoffgruppen wie etwa den Wirkstoff Paracetamol auszuweichen. Dies wirkt allerdings nicht anti-entzündlich sondern nur schmerzstillend.

Das dänische Team hatte die Krankengeschichten von 1462 Schwangeren untersucht, denen die Medikamente von einem Monat vor der Empfängnis an verschrieben worden waren, sowie die von 4268 Frauen mit Fehlgeburten und 29 750 mit normal verlaufenen Geburten. Dabei fanden die Forscher einen starken Zusammenhang zwischen einer Einnahme von Schmerzmitteln der Gruppe der nichtsteroidalen anti-entzündlichen Mittel und einer Fehlgeburt.

Das Risiko einer Fehlgeburt stieg demnach in den sieben bis neun Wochen nach der Einnahme auf das Doppelte, in der Woche unmittelbar nach der Einnahme sogar auf das Siebenfache. Diese hohe Risiko-Abschätzung beruht allerdings nur auf der Untersuchung weniger Fälle, berichten die Forscher. Daher sollten die Zusammenhänge besser untersucht werden.

Zu den nicht-steroidalen Entzündungshemmern zählen mehrere Dutzend Wirkstoffe. Sie hemmen im Körper die Synthese der Prostaglandine und vermindern damit Entzündungen und Schmerzen.

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