Gesundheit : Pisa-Studie: So reagiert das Ausland

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Amerika ist alarmiert: „USSchüler schneiden in internationalem Mathe-Test schlecht ab“, überschreibt die New York Times einen längeren Artikel in ihrer Dienstags-Ausgabe. Mit 483 Punkten erreichten die amerikanischen Schüler nur Rang 33 beim mathematischen Schwerpunkt-Test der neuen Pisastudie; sie liegen 20 Punkte unter dem Mittelwert der OECD-Staaten.

Der Washington Post ist das Debakel – gegenüber Pisa I verschlechterte sich das Ergebnis um zehn Punkte – sogar einen langen Artikel auf der ersten Seite wert. Aber während deutsche Medien die Pisa-Ergebnisse in den Wochen vor und nach der Veröffentlichung gründlich aufarbeiten, bleibt es in den USA offenbar bei den ersten Reaktionen. Weiterführende Analysen und Kommentare? Bislang Fehlanzeige in den US-Medien.

Ein ganz anderes Bild dagegen bei unseren deutschsprachigen Nachbarn: „Pisa-Pleite“ oder „Tiefer Sturz vom schiefen Turm“ titelten die österreichischen Zeitungen, gefolgt von einer aufgeregten öffentlichen Debatte um die Konsequenzen – ähnlich wie beim deutschen „Pisa-Schock“ 2001. Die 15-jährigen Deutschen schafften jetzt in Mathe und beim Leseverständnis den Sprung knapp über die Mittelwerte. Österreich aber, das vor drei Jahren im ersten Drittel und deutlich vor Deutschland gelegen hatte, stürzte empfindlich ab: in den Naturwissenschaften von Rang 8 auf 20, in Mathe von 11 auf 15 und beim Lesen von 10 auf 19. Selbst im neuen Bereich „Problemlösen“ landeten die jungen Österreicher mit Platz 15 knapp hinter Deutschland (Platz 13) – und weit hinter der Schweiz (Platz 8). Österreichs konservative Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (Volkspartei) kündigte rasche Schulreformen an; Sprecher aller Parteien erklärten sich bereit, sie dabei zu unterstützen. Die Grünen forderten erneut die Gesamtschule.

Die jungen Schweizer können nicht nur noch besser technische oder organisatorische Probleme lösen als ihre deutschsprachigen Nachbarn. Sie steigerten auch in allen anderen Bereichen ihre Leistungen – deutlicher als die Deutschen. Bei Pisa I hatten die Schweizer noch im Mittelfeld rangiert. Die einflussreiche „Neue Zürcher Zeitung“ kritisiert allerdings die Pisa-Studie als „Götzen der Bildungspolitik“. Besonders Lehrer in Fernost trainierten ihre Schüler gezielt für Pisa. Wirksame Veränderungen im Bildungsprozess seien aber „die Frucht langjähriger Reformbemühungen, die sich nicht locker zwischen zwei Pisa-Studien umsetzen lassen“.

So wird es jetzt auch in den USA sein. Erziehungsminister Rod Paige forderte nach Bekanntwerden der Pisa-Ergebnisse eine High-School-Reform. Auf den Weg bringen müssen sie die 50 Bundesstaaten und Washington DC. -ry (mit dpa)

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