Gesundheit : Planwirtschaft hilft der Elite nicht

Berlins Wissenschaftssenator a.d.

TURNERS THESEN

zu Bildung und Politik

Die Ankündigung des SPD-Vorstands, Elite-Universitäten in Deutschland zu etablieren, hat wenigstens eines bewirkt: die Diskussion um das Thema Elitebildung. Die Frage ist, wie besonders Befähigte in den unterschiedlichen Bereichen zu entdecken und zu fördern sind. Zweifelsohne entlassen die deutschen Hochschulen auch derzeitig hervorragende Absolventen. Doch innerhalb von dreißig Jahren ist die Zahl der Studierenden von fünf Prozent auf rund 30 Prozent eines Altersjahrgangs gestiegen. Die Zahl der Professoren ist von zirka 5000 um das Siebenfache angewachsen. Das ist nicht nur ein qualitatives Problem. Hinzu kam und kommt eine kritische Haltung gegenüber Leistung und Wettbewerb.

Der Staat sollte eine Eliteförderung auf breiterer Front ermöglichen. Soweit ersichtlich, ist Bayern mit den Studiengängen für besonders Befähigte hier Vorreiter. Allerdings sind dafür nicht alle Universitäten geeignet. In Deutschland existiert ein Zuweisungssystem bei Studenten. Es verpflichtet die Universitäten, jeden Bewerber aufzunehmen, solange noch Kapazität vorhanden ist. Auch das verhindert, dass sich Institutionen zu Spitzeneinrichtungen entwickeln. Anzusetzen ist also bei den gesetzlichen Bestimmungen: ZVS und Kapazitätsverordnung müssen weg, Studiengebühren sollten möglich sein. Dann wird sich im Wettbewerb sehr schnell ein Markt entwickeln, in dem Fakultäten hervorragende Professoren und besonders talentierte Studierende anziehen. So entstehen Spitzenfakultäten, nicht durch Planwirtschaft. Solange die SPD bei diesen Fragen mauert, wirkt ihr Vorschlag nur hilflos.

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