Gesundheit : Politik will Elite-Anträge prüfen

Minister Zöllner: „Jedes Projekt durchdiskutieren“

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Der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Jürgen Zöllner meldet den Anspruch der Wissenschaftsminister der Länder an, bei den künftigen Entscheidungen im Elitewettbewerb mitreden zu wollen. Zwischen den Ministern und den von Deutscher Forschungsgemeinschaft und Wissenschaftsrat berufenen Wissenschaftlern war es am 13. Oktober bei der Kür der Eliteuniversitäten wie berichtet zu einem Eklat gekommen. Den Politikern war eine geschlossene Liste der Siegerinnen im Wettbewerb vorgelegt worden und nicht wie zuvor vereinbart auch strittige Fälle. Die Minister fühlten sich „düpiert“.

Wenn es darum gehe, welche Hochschule den Status einer Eliteuniversität erhält, wollten die Minister jedes Projekt durchdiskutieren und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden, sagte Zöllner. Bei der Einrichtung von Graduiertenschulen für den wissenschaftlichen Nachwuchs und von Forschungsclustern seien die Minister mit einer alleinigen Prüfung durch die Wissenschaftler einverstanden. Bei der dritten Säule, dem Elitestatus, sei aber „ein wissenschaftspolitisches Element“ zu beachten. Die Forscher im Bewilligungsausschuss hätten kein Mandat für wissenschaftspolitische Entscheidungen, dies sei den Wissenschaftsministern übertragen worden. Was in der ersten Runde geschehen sei, dürfe sich nicht wiederholen, betonte Zöllner.

Das künftige Verfahren diskutiert haben Minister, DFG und Wissenschaftsrat bislang in informellen Gesprächen. Rechtzeitig vor der Vorentscheidung zur zweiten Wettbewerbsrunde im Januar wolle man das Verfahren einvernehmlich regeln, heißt es aus dem Wissenschaftsrat.

Die Berliner Humboldt-Universität geht unterdessen zuversichtlich in die zweite Runde. Einige Punkte des neuen Zukunftskonzepts der HU, mit dem die Uni den Elitestatus erringen will, seien von Bundesforschungsministerin Annette Schavan bereits gelobt worden, sagte HU-Präsident Christoph Markschies gestern im Akademischen Senat. „Ich halte das für ein nicht völlig unwichtiges Signal, dass unser Antrag den Konsens der deutschen Wissenschaftspolitik trifft.“ Man könne davon ausgehen, dass die Chancen der HU seit der Entscheidung der ersten Runde „nicht schlechter“ geworden seien.

Das Zukunftskonzept solle nun im Akademischen Senat, im Kuratorium und mit den Dekanen diskutiert werden. Der Antrag enthalte „sehr originelle“ Vorschläge, an manchen Stellen müssten aber „noch überzeugendere und klarere Lösungen“ gefunden werden, sagte Markschies. In der ersten Runde war die HU im Wettstreit um den Elitestatus beim Vorentscheid gescheitert. Wie FU und TU konnte sie schließlich lediglich eine Graduiertenschule gewinnen. U.S./-ry/tiw

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