Gesundheit : Polizei auf dem FU-Campus

Beamte rissen Protestplakate ab

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„Exzellenz-Begutachtung durch OSI-Besetzung verhindert“ – so lautet die Überschrift einer Pressemitteilung, die der Asta der Freien Universität am Freitag veröffentlichte. Etwa dreißig Studierende hätten bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Otto-Suhr-Institut (OSI) übernachtet, sagt Politikstudent Dennis Olsen. Am Freitagmorgen räumten sie Tische und Stühle aus allen Hörsälen und verbarrikadierten den Haupteingang des Instituts und die Bibliotheksräume. Damit sei verhindert worden, dass das Otto-Suhr-Institut (OSI) im Rahmen der Elite-Initiative von Bund und Ländern begutachtet werden konnte. Zudem hängten die Studierenden Transparente aus den Fenstern und verteilten Flugblätter auf dem Campus, auf denen Slogans wie „Keine Elitenbildung“ und „Bildung für alle“ standen.

Die Behauptung der Studierenden, sie hätten die Begutachtung verhindert, wiesen am Montag aber sowohl das Präsidium der FU als auch der Wissenschaftsrat zurück. „Die Gutachter haben von der Besetzung nichts bemerkt, weil sie überhaupt nicht am OSI waren“, sagte der Politologe Werner Väth, Vizepräsident der FU, auf Anfrage. Dem stimmt eine Referentin im Wissenschaftsrat zu: „Das Otto-Suhr-Institut war keine Station der Begehung, die Evaluation konnte ungestört stattfinden.“ Allerdings hätten die etwa 20 Mitglieder des Evaluationsteams des Wissenschaftsrats und der DFG die Flugblätter und Plakate der Protestierer auf dem Campus bemerkt.

Die Studierenden beklagten jedoch, dass die Polizei ihre Protestaktion zu stören versucht hätte. Polizisten seien im Lauf des Vormittags „von Baum zu Baum gefahren“ und hätten die Plakate abgerissen, sagt Olsen. Tatsächlich zeigte die Polizei nach Angaben ihres Sprechers an beiden Tagen verstärkte Präsenz an der FU. „Illegale Plakate am U-Bahnhof Thielplatz“ seien abgehängt worden. Ob die Polizei mit mehreren Einsatzwagen und zusätzlichen Beamten in Zivil vor Ort war, wie die Studierenden es darstellen, wollte der Polizeisprecher nicht bestätigen.

Der Besuch der Experten galt der Bewerbung der Freien Universität um den Status als Elite-Uni, um den sich die Uni mit dem Konzept einer „International Network University“ bewirbt. Dazu befragten die Gutachter 100 FU-Wissenschaftler. Die erste Runde des Elite-Wettbewerbs wird am 13. Oktober entschieden. akü/tiw

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