Gesundheit : Polizei beendet Auseinandersetzung ohne Blutvergießen - Über 600 Festnahmen

Die mexikanische Polizei hat den seit April vergangenen Jahres andauernden Streik von Studenten an der Nationalen Autonomen Universität in Mexiko-Stadt ohne Blutvergießen beendet. Zu den befürchteten schweren Zusammenstößen kam es nicht. Etwa 2260 Polizisten durchkämmten am Sonntag das Gelände der Universität und nahmen 632 Studenten fest, darunter die acht Anführer des Streiks. Die Studenten leisteten keinen Widerstand, verletzt wurde niemand. Innenminister Diodoro Carrasco erklärte, eine demokratische Gesellschaft dürfe die Besetzung der nationalen Universität nicht hinnehmen.

Der mexikanische Präsident Ernesto Zedillo sagte, die Streikenden hätten unter dem Einsatz von Gewalt ein öffentliches Gut - eine Universität, die von allen Mexikanern unterhalten werde - in ihren Privatbesitz umgewandelt. Der nach 291 Tagen beendete Streik an der größten Universität Lateinamerikas, an der 260 000 Studenten eingeschrieben sind, hatte sich an der Erhöhung der Studiengebühren entzündet. Die Hochschulleitung ließ den Plan angesichts der Proteste fallen, der von einer kleinen Gruppe radikaler Studenten geführte Streik ging aber weiter. Die Studenten forderten nun Veränderungen in der Hochschulpolitik. Ein Referendum unter Studenten und Dozenten im Januar ergab jedoch eine Mehrheit für die Haltung der Universitätsführung.

Bei der vierstündigen Polizeiaktion am Sonntag trugen die Sicherheitskräfte keine Gewehre. Darüber hinaus waren Mitglieder von Menschenrechtsorganisationen als Beobachter zugegen. Anstatt des befürchteten Waffenarsenals der Studenten entdeckte die Polizei lediglich sechs Molotowcocktails. Am vergangenen Dienstag war es zu schweren Zusammenstößen zwischen Streikenden und Studierwilligen gekommen. Eine Person kam ums Leben und 37 Studenten wurden verletzt.

Vertreter der Opposition und der Gewerkschaften kritisierten den Einsatz der Polizei als unverhältnismäßig und kurzsichtig. Aufgebrachte Eltern der Festgenommenen demonstrierten anschließend für die Freilassung ihrer Kinder und den Rücktritt des Hochschulrektors Juan Ramon de la Fuente. Unter den Festgenommenen befinden sich auch etwa 100 Minderjährige. Zahlreiche Familienangehörige warteten vor dem Justizgebäude, in dem die Studenten festgehalten wurden.

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