Gesundheit : Professoren leben länger

Essener Studie über Bildung in Deutschland: Schule lohnt sichDer Runde Tisch ist tot, es lebe das Reformseminar.Nachdem Wissenschaftsenator Peter Radunski dem von Studenten angeregten Runden Tisch am Donnerstag eine endgültige Absage erteilt und damit den Todesstoß versetzt hatte, lud er seinerseits zu einer Veranstaltungsreihe namens Reformseminar.An drei aufeinenderfolgenden Tagen will der Senator seine Hochschulpolitischen Absichten erläutern und mit den Studenten über ihre Probleme reden.schienen die Studenten ihrerseits -Jeder fünfte Deutsche lehrt oder lernt im Bildungssystem.16,5 Millionen Kinder und junge Erwachsene werden von von 1,3 Millionen hauptamtlichen Pädagogen in Kindergärten, Schulen und Hochschulen unterrichtet und betreut.Die Bildungsforscher Klaus Klemm und Rainer Block (Universität Essen) kommen zudem in ihrer neuen Studie "Lohnt sich Schule?" zu dem Ergebnis, daß jede zehnte in der Bundesrepublik Deutschland ausgegebene Mark in den Bildungsbereich fließt. Dies waren 1995 rund 330 Milliarden Mark: 170 Milliarden Mark vom Staat, 160 Milliarden Mark von Familien, Wirtschaft und privaten Institutionen.Dabei wurden die Aufwendungen für den Lebensunterhalt und der ganze Bereich der Weiterbildung nicht mitgezählt. Für den einzelnen lohnen sich die Bildungsausgaben auf der ganzen Linie, erläuterten die Autoren am Montag.So verdiene ein Universitätsabsolvent durchschnittlich mehr als doppelt so viel (215 Prozent) wie ein Arbeitnehmer, der keine Ausbildung absolviert habe (100 Prozent).Eine betrieblich Lehre steigere das Einkommen immerhin um ein Viertel (123 Prozent).Zudem sei das Risiko, arbeitslos zu werden, für den Ungelernten viermal so groß wie für den Akademiker. Die Bildungsforscher sehen für das nächste Jahrzehnt einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften voraus.Die Gruppe der Zwanzig- bis Dreißigjährigen, aus der die Berufsanfänger kommen, werde dann von jetzt 11,5 Millionen auf 7,5 Millionen Menschen schrumpfen - wenn diese Entwicklung nicht durch Zuwanderung aus dem Ausland kompensiert werde.Klemm sagte hierzu: "Angesichts der erwarteten Facharbeiterlücke kommen Ausbildungs-Defizite einer Vergeudung von Humanressourcen gleich." Bildung zahle sich aber nicht nur im Arbeitsleben aus: Je höher der Bildungsgrad desto größer auch das politische Engagement.So gehörten 5,9 Prozent der höher Qualifizierten einer politischen Partei an, fast jeder Dritte engagierte sich schon einmal in einer Bürgerinitiative.Bei den weniger Qualifizierten waren 2,2 Prozent in einer Partei und 10,6 Prozent in einer Initiative.Wer mehr Bildung genossen hat, lebt länger und auch besser: So habe ein Professor eine neun Jahre höhere Lebenserwartung als ein Hilfsarbeiter.Eine bessere Ausbildung erhöht zudem die Teilnahme der Frauen an der Erwerbsarbeit: Von den Frauen ohne Ausbildung sei nur jede zweite erwerbstätig, von den Hochschulabsolventinnen dagegen 80 Prozent.dpa

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