Gesundheit : Professorendienstrecht: Gegen Altersgrenzen beim Juniorprofessor

Eine Gruppe eher linksorientierter Wissenschaftler hat die geplanten Änderungen am Professorendienstrecht kritisiert. Die weiterhin vorgesehenen Altersgrenzen für Berufungen und Qualifikationsphasen sollten abgeschafft werden, weil sie "Umwege in der Karriere" unmöglich machten, meinen sie. Darunter hätten besonders Frauen zu leiden. Auch Berufserfahrungen außerhalb der Universitäten und im Ausland sollten bei der Auswahl von Hochschullehrern stärker berücksichtigt werden, schreiben die Wissenschaftler in einem offenen Brief an Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD).

Mit ihrer Kritik reagieren die Professoren allerdings noch auf Vorschläge der von Bulmahn im vorletzten Jahr eingesetzten Expertenkommission, die ihre Arbeit bereits im Jahr 2000 beendet hatte. Die Ministerin hat inzwischen eigene Eckpunkte für die Reform vorgelegt, in der Altersgrenzen beispielsweise für Juniorprofessuren vorgesehen sind. Ein Gesetzentwurf soll nach Bulmahns Ankündigung in diesem Jahr vorliegen, das Gesetz bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2002 in Kraft treten.

Die Einführung einer Juniorprofessur zur Qualifikation für Nachwuchswissenschaftler wird von den Unterzeichnern zwar grundsätzlich begrüßt, die damit verbundenenn Leistungsanforderungen werden aber als zu hoch abgelehnt. Schon bisher seien die Qualifikationszeiten in Deutschland zu lang. Bisher wurde nämlich als die normale Qualifikation zum Professor von den Nachwuchwissenschaftlern die Habilitation verlangt, was eine Bearbeitungszeit von acht bis zehn Jahren erforderte. "Es steht zu befürchten, dass die Juniorprofessur ohne realistisch formulierte Leistungskriterien das Problem eines durchlässigen Karriereweges nicht lösen wird", heißt es. "Wir fordern deshalb die Formulierung international vergleichbarer Leistungsanforderungen für die Qualifizierungsphase zwischen Promotion und Lebenszeitprofessur." Unterzeichnet haben u. a. die Professoren Ute Gerhard (Frankf./M.), Wolf-Dieter Narr und Hildegard-Maria Nickel (beide Berlin).

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