Radiologie : Was Bilder für die Medizin bedeuten

„Klischees zufolge arbeitet ein Radiologe vorwiegend im Dunkeln und versteckt sich hinter Bildern“, weiß Michael Lamiado, Präsident der Deutschen Röntgengesellschaft. In Wirklichkeit haben Radiologen eine Brückenfunktion, da ihre Diagnose bei vielen Krankheiten von Bedeutung ist, betonten er am Dienstag zum Auftakt des 89. Röntgenkongresses, der noch bis Samstag in Berlin stattfindet.

Menschen mit angeborenem Herzfehler leben heute Jahrzehnte damit. Für eine bessere Vernetzung zwischen Kinder- und Erwachsenenradiologen plädierte deshalb Erich Sorantin vom Uniklinikum Graz. Auch für Ältere ist es wichtig, dass Hausärzte, Internisten, Psychiater und Neurologen eng mit der Radiologie kooperieren. Zum Beispiel bei ersten Gedächtnisstörungen. Da ist es „nicht schlau, nur an Alzheimer zu denken“, sagte Michael Forsting vom Uniklinikum Essen. Selten zeigen sich bei der Magnetresonanztomografie (MRT) andere Ursachen. Am häufigsten ist eine gefäßbedingte Demenz. Auf dem Röntgenbild zeigen sich dann kleine Gefäß-Verletzungen. Oft ist die Ursache hoher Blutdruck, der keine Beschwerden macht, weshalb viele Betroffene ungern Tabletten dagegen nehmen. Das könnte sich nach Forstings Ansicht aber ändern, wenn sie Bilder der Veränderungen im Gehirn sehen. „Ein Bild sagt eben mehr als tausend Worte.“ (aml)

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