Gesundheit : Raumfahrt: Acht Milliarden für die Forschung

Heiko Schwarzburger

Das Bundeskabinett hat das neue Forschungsprogramm für die deutsche Raumfahrt verabschiedet. In den kommenden vier Jahren stehen knapp acht Milliarden Mark zur Verfügung. Der Löwenanteil von sieben Milliarden Mark wird aus dem Etat des Bundesforschungsministeriums gespeist. Damit erhält die Raumfahrtforschung rund zehn Prozent des Gesamtbudgets der Bundesforschungsministerin.

Mit dem neuen Programm geht ein fast zwanzigjähriger Hickhack um die Forschungsetats für die deutsche Raumfahrt zu Ende. "Wir haben jetzt endlich Planungssicherheit für diesen wichtigen Zweig der Forschung", sagte Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn in Berlin. "Dieser Etat reicht aus, um die Systemführerschaft der deutschen Raumfahrtforschung in wichtigen Projekten zu behaupten und auszubauen." Rund 70 Prozent der Mittel fließen in internationale Vorhaben wie die Raumstation ISS oder das Satellitenprojekt Galileo. Deutschland trägt 41 Prozent des europäischen Entwicklungsanteils an der ISS, von der bereits erste Module im Orbit montiert wurden. "Wir bleiben auch künftig für unsere Partner in Europa und Übersee verlässlich", betonte Edelgard Bulmahn. "Der Nutzen stehen für uns an oberster Stelle."

Zugleich forderte sie die Industrie auf, sich verstärkt an der Entwicklung des Satellitensystems Galileo zu beteiligen. Bislang liegen Zusagen für 200 Millionen Euro vor. Der neue Ring von Navigationssatelliten, mit dem die Europäer die Vorherrschaft des amerikanischen Militärsystems GPS brechen wollen, wird mit sechs bis acht Milliarden Euro veranschlagt. Derzeit befindet sich das Projekt bei der Europäischen Raumfahrtagentur ESA in der Planung, finanziert durch die Mitgliedsländer. "In die anschließende Entwicklungsphase muss die Industrie aber einen nennenswerten Beitrag einbringen", forderte Edelgard Bulmahn. "Auch beim Bau muss die Privatwirtschaft kräftig investieren. Das ist nicht Aufgabe der öffentlichen Hand." Das Galileo-Netz soll mit 30 Satelliten zuverlässiger arbeiten als das Global Positioning System (GPS) der Amerikaner, das 24 Satelliten zählt.

Weitere Schwerpunkte setzt das neue Forschungsprogramm in der satellitengestützten Erdbeobachtung und in Experimenten unter Schwerelosigkeit. Dazu gehören Forschungen zum Zellwachstum und zur Entwicklung neuer Materialien. Einige Projekte erforschen den Ursprung des Universums oder suchen nach außerirdischem Leben.

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