Gesundheit : Rechtschreibreform: Duden ist für Vielfalt beim Schreiben

Mit 5000 neuen Wörtern und vorsichtigen Zugeständnissen in der hitzigen Debatte zur Rechtschreibreform erscheint am 25. August der neue Duden. Wer sich davon ein klärendes Machtwort erhofft, wird aber enttäuscht. Statt eindeutiger Festlegungen bleiben viele Schreibungen weiter offen.

"Ziel der vorliegenden 22. Auflage des Rechtschreibdudens ist es, die neue Rechtschreibung im Licht der seit ihrer Einführung vorliegenden Erfahrungen so übersichtlich und verständlich aufzubereiten, dass sie in der alltäglichen Schreibpraxis von jedermann möglichst einfach angewendet werden kann", heißt es im Vorwort. Kritiker der Reform wie Theodor Ickler halten der Duden-Redaktion jedoch zahlreiche Widersprüche, willkürliche Festlegungen und Abweichungen von der amtlichen Schreibung vor. So führt die elektronische Suche nach Kombinationen mit "wohl" 45 Stichwörter zutage. Davon werden 33 zusammen und 12 getrennt geschrieben - so soll es in der Grundform einerseits "wohlverdient" heißen, anderseits aber "wohl versorgt".

Eine an dem Werk beteiligte Mitarbeiterin sagt dazu, dass die Duden-Redaktion oft heftig um einzelne Schreibungen gerungen habe. Generell setze sich dabei zunehmend die Position durch, dass die Beobachtung der faktischen Sprachverwendung ein höheres Gewicht erhalte als der Anspruch der Regelfestsetzung. Und in den Anmerkungen zur Rechtschreibung gesteht die Duden-Redaktion: "Die Unterscheidung von getrennt geschriebenen Wortgruppen und zusammengeschriebenen Zusammensetzungen ist nicht immer eindeutig möglich. Wo die nachstehenden Hinweise und das amtliche Regelwerk keine Klarheit schaffen, sollte sowohl Getrenntschreibung als auch Zusammenschreibung toleriert werden."

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