Gesundheit : Regenwald: Neue Agrarflächen verdrängen Sauerstoff-Spender

tdp

Die Weltbevölkerung wird in den kommenden 50 Jahren von sechs auf rund neun Milliarden Menschen anwachsen. Damit steigt auch der Bedarf an Lebensmitteln, Trinkwasser und Agrarflächen. Den Vorhersagen amerikanischer Forscher zufolge wird sich der Anteil an bewässerten Agrarflächen und Weideland bis 2050 fast verdoppeln. Dem dürften etwa eine Milliarde Hektar natürlicher Ökosysteme zum Opfer fallen - eine Fläche, die so groß ist wie die USA, schätzen Forscher um David Tilman von der University of Minnesota.

Ein Gutteil der neuen Agrarflächen wird voraussichtlich in den Entwicklungsländern entstehen. In Lateinamerika und im südlichen Afrika werden sie tropische Regenwälder und Savannenlandschaften verdrängen. Letztere sind unter anderem für das Erdklima von großer Bedeutung. Die bevorstehenden Rodungen würden daher die globale Erwärmung noch einmal erheblich verschärfen, urteilen die Wissenschaftler im Fachmagazin "Science".

Aber auch der Düngemitteleinsatz und der Pestizidverbrauch dürften sich mehr als verdoppeln. Es sei zu befürchten, dass nitrat- und phosphathaltige Abwässer das Grundwasser, Flüsse und Seen dann in noch höherem Maße belasten als heute. Die direkten Umweltschäden in Folge des zunehmenden Agrarlandverbrauchs könnten damit noch größer sein als dessen klimatische Auswirkungen. Eine breite internationale Diskussion und Zusammenarbeit sei der einzig Erfolg verprechende Weg, diesen Problemen entgegenzutreten.

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