Gesundheit : Reinheitsgebot für Licht

Preis für Adlershofer Physiker

Paul Janositz

Berliner Physiker haben ein Gerät gebaut, um die Qualität von Laserstrahlen zu ermitteln. Dafür erhalten sie nun den „Transferpreis Wissenswerte" des Fördervereins Technologiestiftung in Höhe von 10 000 Euro. Die Arbeitsgruppe um Stefan Florek und Helmut Becker-Roß vom Institut für Spektrochemie und angewandte Spektroskopie in Adlershof hat ein Spektrometer entwickelt, das Wellenlängen von nur 100 Femtometern (milliardstel Mikrometer) unterscheiden kann – das ist nicht viel mehr als die Größe eines Atomkerns. Der Apparat heißt „Elias“ (Emission Line Analyzing Specrometer) und misst nach Angaben von Florek genauer als jedes andere kommerziell erhältliche Spektrometer auf der Welt.

Ein zusätzliches Gütekriterium für Laserstrahlen ist die Stabilität. Der von einem Gitter gebeugte und von diversen Spiegeln umgelenkte Lichtstrahl zittert auf dem Weg zum Detektor fast gar nicht. „Umgerechnet auf einen Kilometer Lichtweg sind wir auf einen Millimeter exakt“, sagt Florek. Damit eignet sich das Spektrometer, um die Qualität von Laserstrahlen messen zu können. Die stark gebündelten Lichtstrahlen werden unter anderem gebraucht, um mikroelektronische Bauteile immer kleiner und leistungsstärker machen zu können.

Um Millionen von Schaltfunktionen präzise übertragen zu können, ist höchste spektrale Reinheit der Laserstrahlen gefordert. In nur 18 Monaten gelang es den Berliner Spezialisten, ein marktreifes Gerät zu entwickeln, das auch der Atmosphärenforschung dienen kann. Mittlerweile sind über 70 Elias-Geräte verkauft und wichtige Lizenzverträge abgeschlossen.

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