Gesundheit : Reis hat mehr Gene als der Mensch Forscher entziffern das Erbgut der Pflanze

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Ein internationales Forscherteam hat das ReisErbgut so gut wie vollständig entziffert. Die Wissenschaftler des International Rice Genome Sequencing Project (IRGSP) stellen ihre Arbeit im Fachblatt „Nature“ (Band 436, Seite 793) vom Donnerstag vor.

Nach ihren Angaben besteht das Genom aus etwa 400 Millionen DNS-Bausteinen (Basen) mit mehr als 37500 Genen. Reis hat damit deutlich mehr Gene als der Mensch (etwa 25000). Am IRGSP sind unter Federführung Japans neun weitere Länder beteiligt.

Für mehr als die Hälfte aller Menschen ist Reis die Grundlage des täglichen Überlebens. Die Forscher hoffen, mit diesen Daten die Zucht besonders ertragreicher und widerstandsfähiger Sorten zu beschleunigen. Auf diese Weise soll der wachsende Nahrungsbedarf der Weltbevölkerung gedeckt werden.

Mit der neuen Kenntnis des Genoms möchten Wissenschaftler die Reispflanzen zum Beispiel gegen eine Vielzahl von Schädlingen, Dürreperioden oder einen hohen Salzgehalt des Bodens resistent machen. Über die nächsten 20 Jahre müsste die weltweite Reisproduktion um voraussichtlich 30 Prozent erhöht werden, um die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung zu gewährleisten.

Das Team hat 95 Prozent des Erbguts sequenziert, darunter nahezu alle DNS-Bausteine der Reispflanze, die Gene bilden. Zwar gab es bereits zuvor Sequenzentwürfe, die einen ersten Einblick in das Reisgenom boten. Doch die neue, viel bessere Auflösung der nun vorgestellten Erbgutsequenz ermögliche es, die Funktion weiterer wichtiger Gene zu identifizieren, schreiben die Forscher. Die Gen-Sequenz ist öffentlich in der Gen-Bank der amerikanischen Nationalen Gesundheitsinstitute (National Institutes of Health) zugänglich.

Zudem hat das IRGSP dem Bericht zufolge erstmals Centromere bei einer Pflanze oder einem Tier sequenziert. Die Centromere liegen in der Mitte der Erbgutträger (Chromosomen) und spielen eine wichtige Rolle bei der Zellteilung.

Etwas weniger detaillierte Entwürfe des Reisgenoms hatten mehrere Forscherteams bereits im Jahr 2002 präsentiert. Zuvor hatten die großen Biotechnik-Firmen Syngenta und Monsanto ebenfalls umfassende Genomsequenzen erstellt. dpa

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