Gesundheit : Rektoren kritisieren den Hochschulpakt

Amory Burchard

Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat an die Wissenschaftsminister der Länder appelliert, sich umgehend auf eine gemeinsame Position im Hochschulpakt 2020 zu einigen. Ob es gelänge, die Finanzierung der in den kommenden Jahren benötigten zusätzlichen Studienplätze zu sichern, sei eine „Nagelprobe der Föderalismusreform“, sagte HRK-Präsidentin Margret Wintermantel am Mittwoch in Berlin.

Vor einer Woche hatten sich die Minister in Dresden auf Hilfen verständigt, mit denen vom Abbau bedrohte Studienplätze in Ostdeutschland gehalten werden sollen. Außerdem gab es eine Einigung darüber, wie die Flächenstaaten die 90 000 bis 2010 benötigten zusätzlichen Studienplätze finanzieren könnten. Offen blieb das Problem der Stadtstaaten wie Berlin, die über ihren eigenen Bedarf hinaus Studierende ausbilden und nicht in der Lage sind, neue Studienplätze zu schaffen. Am heutigen Donnerstag treffen sich Minister und Staatssekretäre erneut. Am Montag soll dann in der Bund-Länder- Kommission eine endgültige Einigung erzielt werden. Es geht um die Verteilung von 565 Millionen Euro Bundesmitteln und die Gegenfinanzierung durch die Länder.

Wintermantel kritisierte, dass die Planung im Hochschulpakt bislang nur bis 2010 gehe, während der Höhepunkt des Studentenandrangs für 2013 erwartet wird. Um neues Personal einzustellen, bräuchten die Hochschulen Planungssicherheit bis 2020. Die HRK schlägt unter anderem Lehrprofessuren und vorgezogene Neubesetzungen vor. Zu niedrig seien auch die mit 5500 Euro vom Bund angesetzten Kosten pro neuem Studienplatz; benötigt würden die vom Wissenschaftsrat veranschlagten 7400 Euro. 2007 bis 2020 hätten die Unis einen jährlichen zusätzlichen Finanzbedarf von durchschnittlich 2,3 Milliarden Euro pro Jahr. „Wir wollen keine Dumping-Studienplätze anbieten“, sagte Wintermantel. Wenn es nicht gelänge, die Hochschulen angemessen auszustatten, müssten sie „flächendeckende Zulassungsbeschränkungen“ beschließen.

Die Hochschulen fordert die HRK unterdessen zu einer entschiedeneren Frauenförderung auf. Den Anteil von Frauen vor allem bei den Professuren – derzeit liegt er bei knapp 14 Prozent – zu steigern, sei eine Leitungsaufgabe in jeder Hochschule, sagte Wintermantel. Bislang sei das deutsche Wissenschaftssystem zu stark auf individuelle Förderbeziehungen ausgerichtet.

Die HRK-Beschlüsse im Internet:

www.hrk.de

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