Gesundheit : Religionsunterricht: Keine ökumenische Religionslehre

Bei einer Tagung "Schulentwicklung - Religion - Religionsunterricht" plädierte Kardinal Lehmann, Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz in Stuttgart, für einen konfessionell profilierten Religionsunterricht, der die Position der Schüler zum religiösen Dialog fördert und gleichzeitig offen ist für ökumenische Zusammenarbeit. Diese Form der Qualifizierung junger Menschen sieht der Kardinal als notwendig für die Orientierung in einer immer stärker multikulturellen und multireligiösen Welt.

Überlegungen, den katholischen und evangelischen Religionsunterricht zu einem ökumenischen Unterricht zusammen zu legen, erteilte Lehmann eine klare Absage. Die Kirchen hätten durch die Verfassung das Recht und die Pflicht, den Religionsunterricht zu organisieren: "Da gibt es kein drittes Subjekt, das die Inhalte bestimmen sollte oder könnte, schon gar nicht der Staat."

Die baden-württembergische Kultusministerin Annette Schavan (CDU) erwartet vom Religionsunterricht, dass darin die Frage nach Gott und dem Wesen des Menschen gestellt werde und danach, was der Mensch hoffen dürfe. "Würden wir den Religionsunterricht auf die Wertevermittlung reduzieren, dann bräuchten wir ihn nicht wirklich", sagte die Ministerin. Wertevermittlung sei allgemeine Aufgabe der Schule. Modelle wie das Projekt "Lebensgestaltung-Ethik- Religionskunde" (LER) in Brandenburg oder interreligiösen Religionsunterricht wie in Hamburg lehnt Schavan ab. "Wir können jungen Menschen nicht lediglich ein Potpourri von Weltanschauungen anbieten, ohne Kriterien für die Auswahl und Entscheidung zu vermitteln", hielt die Ministerin fest und zeigte sich damit einig mit Wolfgang Huber, dem evangelischen Bischof von Berlin und Brandenburg.

Huber unterstrich, "dass die multireligiöse und multikulturelle Situation in Deutschland nicht in Beliebigkeit im Religionsunterricht umgemünzt werden darf".

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