Reproduktionsmedizin : Nachhilfe für den Nachwuchs

URSACHEN:



Etwa zwei Millionen Paare in Deutschland haben einen unerfüllten Kinderwunsch, Tendenz steigend. Die Gründe sind zu gleichen Teilen bei beiden Geschlechtern zu suchen. Bei der Frau können das hormonelle Störungen, die mit unregelmäßigem Eisprung einhergehen, oder organische Ursachen sein. Bei Männern ist die Qualität der Spermien entscheidend; Auskunft gibt ein Spermiogramm. Bei Kinderlosigkeit finden sich oft zu wenige oder unbewegliche Spermien im Ejakulat. Bei rund zehn Prozent der Paare bleibt die Ursache ungeklärt. Die Berliner Selbsthilfegruppe informiert unter www.kinderwunschberlin.de.

MEDIZINISCHE HILFE:

Neben der rein hormonellen Unterstützung gibt es verschiedene Befruchtungsmethoden. Das künstliche Einbringen von Spermien in die Gebärmutterhülle heißt Insemination. Bei der künstlichen Befruchtung – häufig auch Reagenzglasbefruchtung oder In-Vitro-Fertilisation (IVF) genannt – entnimmt der Arzt nach einer hormonellen Stimulation Eizellen und bringt sie in einem Gefäß mit dem Samen zusammen. Ist die Qualität der Spermien schlecht, wird zu einer Spezialform der Reagenzglasbefruchtung gegriffen, der Intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI). Hierbei wird ein einziger Samenfaden direkt in eine Eizelle injiziert.

KOSTEN:

Die Kosten übernehmen Krankenkassen nur bei Verheirateten und auch nur zu 50 Prozent. Aber die Anzahl der Versuche ist begrenzt: Inseminationen in Kombination mit Hormonspritzen werden dreimal, in Kombination mit Tabletten bis zu achtmal gezahlt. Für eine IVF kommen die Kassen maximal dreimal auf. Generell gilt eine Altersbegrenzung: Die Frau darf das 40. Lebensjahr und der Mann das 50. Lebensjahr nicht überschritten haben.

SPRECHSTUNDE:

Die Frauenklinik der Charité bietet eine Kinderwunschsprechstunde an, Anmeldung unter der Nummer 450 56 41 62.

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