Gesundheit : Restaurierung penibel dokumentiert

Die neue Universitätsbibliothek der Universität Jena ist fertiggestellt und feierlich eröffnet worden. 86 Millionen Mark hat der Bau gekostet. Für die Erstausstattung mit Computern, Tischen und Maschinen wurden weitere 11 Millionen Mark zur Verfügung gestellt. In den Neubau ist die Restaurierungswerkstatt umgezogen, die bisher unter beengten Verhältnissen herausragende Leistungen bei der Wiederherstellung schwer geschädigter Bücher und Handschriften geleistet hat. Als "erste Einrichtung ihrer Art in Deutschland" hat sich die Werkstatt nach den strengen Prüfkriterien der internationalen Normen zertifizieren lassen. Das fünfköpfige Spezialistenteam um den Restaurator Günter Müller verpflichtet sich danach, jeden einzelnen Schritt bei der Wiederherstellung wertvoller alter Bücher und Handschriften penibel zu dokumentieren. Die authentische Restaurierung bleibt somit nachvollziehbar.

Günter Müller gilt als einer der besten Restauratoren in Deutschland. Vor allem bei den schwer durch Tinten- und Säurefraß beschädigten alten Handschriften oder bei durch Feuchtigkeit und Zerfall kaum noch nutzbaren alten Büchern hat er Meisterleistungen der Restaurierung vollbracht. Neben dem Papierspaltverfahren zur Rettung von Handschriften hat er ein flexibles Verfahren entwickelt, um leichter geschädigtes Schriftgut behutsam zu konservieren, ohne dass in die Papiersubstanz eingegriffen wird. Dabei werden schädliche Schwefel- und Eisenionen lediglich durch eine Spezialgelatine gebunden und anschließend in chemischen Bädern abgewaschen. U. S.

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