Gesundheit : Retortenbaby mit Gentest

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Erstmals ist in Deutschland ein Retortenbaby zur Welt gekommen, dessen Erbgut vor der Einpflanzung in den Mutterleib getestet worden war. Mit Hilfe der Polkörperdiagnostik hatten Ärzte bei dem im August in Regensburg geborenen Jungen eine seltene Erbkrankheit ausgeschlossen. Das Regensburger Zentrum für Gynäkologische Endokrinologie bestätigte einen entsprechenden Bericht der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Bei der Polkörperdiagnostik (PKD) wird ein auch natürlicherweise abgestoßener Teil der Eizelle untersucht. So lässt sich nur das Erbgut testen, das von der Mutter stammt, nicht aber jenes von väterlicher Seite. Die Methode ist im Gegensatz zur Präimplantationsdiagnostik (PID), bei der das Erbgut des gesamten Embryos getestet wird, in Deutschland nicht verboten.

In dem Fall war in der Familie der betroffenen Frau eine seltene Erbkrankheit aufgetreten. Mittels der PKD seien in dem Zentrum in Regensburg die entsprechenden Eizellen vor der Einpflanzung in den Mutterleib aussortiert worden, sagte die Mitarbeiterin Ute Hehr. „Ein Teil der Eizellen haben die Krankheit getragen, diese sind dann nicht eingepflanzt worden.“ Zwei Zellen wurden verwendet.

Eine Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe bestätigte, dass es sich um das erste Baby in der Bundesrepublik handelt, bei dem mit der Polkörperdiagnostik Krankheiten ausgeschlossen wurden. Die PKD erfolge zwar an der befruchteten Eizelle, rechtlich sei dies aber noch kein Embryo. Kurz nach der Befruchtung sind Ei und Samenzelle noch nicht komplett verschmolzen. Deshalb falle das Verfahren nicht unter das Embryonenschutzgesetz. dpa

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