Gesundheit : Römer in Deutschland: Die Schädelstätte in Kalkriese

Museumspark Kalkriese[495],Venner Straße 69[495]

Der römische Feldherr Germanicus hat mit großer Wahrscheinlichkeit etwa 15/16 nach Christus die bei der Varusschlacht gefallenen Legionäre in der Nähe von Osnabrück bestatten lassen. Davon geht die Archäologin Susanne Wilbers-Rost aus, deren Mitarbeiter kürzlich im Bereich des archäologischen Museumsparks Bramsche-Kalkriese eine Grube mit Menschen- und Tierknochen entdeckten. "Neben anderen Knochen haben wir zwei menschliche Schädel freigelegt, von denen einer durch einen Schwerthieb gespalten worden sein dürfte", sagte die Wissenschaftlerin.

Seit Grabungsbeginn im Bereich des Engpasses zwischen Großem Moor und Kalkrieser Berg, wo die Römer den Germanen im Jahre 9 nach Christus in die Falle gegangen waren, sind bastionsartig angelegte Wallabschnitte auf insgesamt 400 Meter Länge belegt worden. Im Vorfeld des Walles fanden sich außerdem die verzierte Schnalle eines Schwertgurts, ein bronzener Helmknauf, Lanzenschuhe und Münzen.

Der Ort der so genannten Varus-Schlacht ist seit wenigen Wochen ein Museumspark und Teil der Expo-Projekte. Der große Museumsneubau allerdings wird erst im kommenden Jahr eröffnet. Der Besuch des alten Museums - ein umgebautes Gehöft, in dem wichtige Funde aus Kalkriese gezeigt werden - und Führungen über das Ausgrabungsgelände sind schon jetzt möglich. Die Besucher können auf den Pfaden der Germanen den (zeitgenössisch angelegten) Wald durchstreifen oder auf rostroten Stahlplatten der Marschroute der Römer folgen - und so verstehen, warum die Invasoren den Kampf verlieren mussten. Die Ausgrabungen werden noch Jahrzehnte fortgesetzt, schätzen Experten. In den Sommermonaten bietet sich so die Gelegenheit, den Archäologen über die Schulter zu schauen.

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