Gesundheit : Rückenschmerzen: Bakteriengift gegen chronische Beschwerden

wez

Spritzen mit Botulinusgift können Rückenschmerzen mildern. Das ergab eine Studie, die nun im Fachblatt "Neurology" veröffentlicht wurde. Boulinusgift wird von Bakterien gebildet und kann zu tödlichen Lebensmittelvergiftungen führen. Als Medikament in entsprechend geringer Dosis wirkt es jedoch krampflösend und schmerzlindernd und wurde bereits bei Muskelerkrankungen und spastischen Störungen eingesetzt. Chronische Rückenschmerzen verursachen allein in den USA jedes Jahr mehr als 100 Milliarden Mark an Kosten.

In der Studie des Neurologen Bahman Jabbari vom Walter Reed Army Medical Center in Washington waren 31 Patienten mit Schmerzen im Lendenwirbelbereich entweder mit Botulinus-Spritzen oder mit einem Scheinmedikament (Salzwasser) behandelt worden. Alle Kranken litten seit durchschnittlich sechs Jahren unter Kreuzschmerzen.

Drei Wochen nach Gabe der Injektionen gaben 73 Prozent der Patienten in der Botulinus-Gruppe an, ihre Beschwerden seien um mehr als die Hälfte zurückgegangen. In der Scheinmedikament-Gruppe sagten dies nur 25 Prozent. Nach acht Wochen waren noch bei 60 Prozent der Botulinus-Patienten die Beschwerden deutlich gemildert, unter Scheinmedikament lag diese Quote nur noch bei 13 Prozent. Ebenfalls nach acht Wochen berichtete 67 Prozent der Betroffenen aus der Botulinus-Gruppe, dass Gehen, Heben und Reisen ihnen nun viel leichter fielen, nach einer Salzwasser-Spritze lag diese Quote bei lediglich 19 Prozent.

Nebenwirkungen traten nicht auf. Allerdings ließ die Wirkung des Bakteriengifts bei der Mehrzahl der Patienten nach drei bis vier Monaten nach. Die Ärzte hoffen, dass die Wirkung bei erneuter Gabe erneut einsetzt und nicht etwa schwächer wird.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben