Gesundheit : Schädel von Urmenschen falsch datiert Frankfurter Anthropologe in Ruhestand versetzt

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Der Frankfurter Anthropologe Reiner Protsch von Zieten hat sich nach massiven Vorwürfen an seinem wissenschaftlichen Verhalten in den Ruhestand versetzen lassen. Er soll unter anderem Schädelfunde von Urmenschen falsch datiert haben und im Laufe von Jahrzehnten immer wieder Daten manipuliert haben.

Wie die Frankfurter Universität am Donnerstag mitteilte, wird sie das eingeleitete Disziplinarverfahren gegen den 66Jährigen weiter betreiben. Der Bericht einer hochschulinternen Kommission hatte die seit längerem erhobenen Fälschungs- und Plagiatsvorwürfe (Diebstahl geistigen Eigentums) gegen den Professor erhärtet. Die Kommission erhebt zudem Vorwürfe gegen die Universität.

Frühere Hochschulleitungen seien dem spätestens vor 21 Jahren bekannt gewordenen massiven Fehlverhalten Protschs nicht konsequent genug nachgegangen, heißt es in dem Bericht. Universitätsprofessor Protsch hat nach Auffassung der Kommission sein Amt in hohem Maße missbraucht und sich dafür sowohl fachlich als auch mit seiner Amtsführung disqualifiziert, wie die Hochschule mitteilte. „Die Kommission kommt zu dem Schluss, dass Professor Protsch im Verlauf der vergangenen 30 Jahre immer wieder wissenschaftliche Fakten gefälscht und manipuliert hat.“ Protschs Anwalt war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der 66-Jährige selbst hatte nach einem Bericht der „Frankfurter Neuen Presse“ vom 14. Januar die Ergebnisse des damals noch unveröffentlichten Kommissions-Berichts weitgehend zurückgewiesen.dpa

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