Gesundheit : Schauen, zuhören, schauen

Beim Erzählfest ist auch die Öffentlichkeit willkommen

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Wer eine Geschichte zu erzählen hat, der braucht ein Publikum, und zwar ein lebendiges, neugieriges, nicht nur abwesende Leser. Der Erzähl-Wettbewerb „Fremd sein, In die Fremde gehen", zu dem der Tagesspiegel zusammen mit der Firma eßkultur, der Erzählakademie Katrin Rohnstock und dem Ethnologischen Museum Dahlem aufgerufen hat, war von vornherein nicht als Schreib-, sondern als Vortragswettbewerb gedacht. Daher waren die Teilnehmer gehalten, neben einer Erzählung auch eine Cassette zu schicken, und daher besteht der Höhepunkt des Wettbewerbs auch darin, dass sie ihre Geschichten vor einem Publikum tatsächlich vortragen.

Wie berichtet, haben uns 280 Leser und Leserinnen Erzählungen und Cassetten geschickt, in denen sie ihr Schreib- und Vortragstalent unter Beweis stellen - Geschichten über Fremdheitserfahrungen in Berlin, beim Essen oder an irgendeinem Ort, in irgendeiner Lebenslage, die sich „fremd" anfühlt.

Diejenigen Erzähler, die der Jury besonders gut gefallen haben, werden am Sonntag von 15 bis 18 Uhr in den Ausstellungsräumen der Museen Dahlem vortragen - sei es vor Yoruba-Masken in der Afrika-Abteilung des Ethnologischen Museums, sei es im Raum der Teezeremonie des Museums für Ostasiatische Kunst im selben Gebäude oder auch im Beduinenzelt, das Kantinen-Pächterin Birgitt Claus von eßkultur neben der Kantine hergerichtet hat. Museumsbesucher sind zu den Vorträgen ebenso willkommen wie die anderen Teilnehmer des Erzählwettbewerbs und ihre Freunde. Es erwartet sie ein ungewöhnliches Museumserlebnis, bei dem man das Schauen mit dem Zuhören verbinden kann: Wenn einem eine Geschichte nicht zusagt, geht man eben zur nächsten Erzähl-Ecke, widmet sich den Ausstellungen im Hause oder setzt sich im Innenhof - hoffentlich - in die Sonne. Zurzeit beherbergt das Ethnologische Museum eine farbenprächtige Wanderausstellung aus Mexiko, eine Sonderausstellung zu Brasilien und natürlich die Dauerausstellungen zu Afrika, den Indianern Nordamerikas und vielem mehr. An der Abendveranstaltung ab 18 Uhr, bei der die Favoriten der Jury für die Hauptpreise auftreten werden, können aus Platzgründen nur noch die Wettbewerbsteilnehmer und ihre Freunde teilnehmen. D.N.

Erzählfest im Ethnologischen Museum, 29. September ab 15 Uhr, Lansstraße 8.

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