Gesundheit : Schlechter Rat ist teuer – Wissenschaftsrat rügt Institute

Uwe Schlicht

Der Wissenschaftsrat hat sieben Ressortforschungseinrichtungen des Bundes untersucht – und beurteilt sie teilweise sehr kritisch. Forschungsergebnisse seien nicht auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft, Millionenaufwendungen würden verschwendet, sagte gestern der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Peter Strohschneider. Darüber hinaus werde die Bundesregierung falsch beraten.

Besonders negativ bewertet werden die Leistungen des Bundesamtes für Strahlenschutz in Salzgitter, das zwei Legislaturperioden lang dem Bundesumweltministerium unter Jürgen Trittin unterstellt war. Die Arbeiten zu „Sicherheit in der Kerntechnik und Sicherheit nuklearer Entsorgung“ entsprächen nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik. Wenn es um die Entsorgung radioaktiver Stoffe gehe, übe das Bundesamt entgegen seinem gesetzlichen Auftrag vorwiegend Verwaltungstätigkeiten ohne engeren wissenschaftlichen Bezug aus. Das Bundesamt habe zu wenig Freiraum, um sich „neben seinen hoheitlichen Aufgaben wissenschaftlichen Fragen zu widmen“.

Auch das militärgeschichtliche Forschungsamt in Potsdam kommt nicht gut weg. Die Wissenschaftler zeigten dort zwar gute bis sehr gute Leistungen, bei der Herausgabe von Lehrmaterialien für die historische Bildung der Soldaten aber würden aktuelle geschichtswissenschaftliche Erkenntnisse nicht ausreichend berücksichtigt.

Großes Lob erhält dagegen der Thinktank für Außen- und Sicherheitspolitik. Das dem Bundeskanzleramt zugeordnete Deutsche Institut für Internationale Politik und Sicherheit betreibe unabhängige Forschung, die an die Interessen der Nutzer in Politik, Wirtschaft und Medien rückgekoppelt sei. Die Analysen zur internationalen Lage seien fundiert und aktuell.

Der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Berlin werden sehr gute Forschungs- und Entwicklungsarbeiten bescheinigt. Die Forschungsarbeiten des Deutschen Wetterdienstes zur Verbesserung der Wettervorhersagen seien zum Teil exzellent. International jedoch falle der Wetterdienst hinter die Konkurrenz aus Frankreich, Großbritannien und den USA zurück.

Insgesamt wendet die Bundesregierung für die Ressortforschung jährlich 1,5 Milliarden Euro auf, von denen 17 722 Wissenschaftler und sonstige Beschäftigte bezahlt werden.

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