Gesundheit : Schlesinger-Preis 2000: Günter Spur wurde ausgezeichnet

Günter Spur ist gestern mit dem Georg Schlesinger-Preis des Jahres 2000 ausgezeichnet worden. Der Schlesinger-Preis wird vom Land Berlin alle drei Jahre an Wissenschaftler verliehen, die sich um die Produktionstechnik verdient gemacht haben. Günter Spur gilt als Vordenker der heutigen Fabrik - er hat die Entwicklung zur computergesteuerten Herstellung von Planzeichnungen und zum computergesteuerten Einsatz von Maschinen vorangetrieben.

Spur lehrte von 1965 bis zu seiner Emeritierung am Lehrstuhl für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik der Technischen Universität Berlin. Außerdem leitete er 20 Jahre lang das Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik der Fraunhofer Gesellschaft. Das Doppelinstitut am Spreebogen gehört - auch architektonisch - zu den Schmuckstücken der TU. Zudem war Spur Gründungsrektor der TU Cottbus.

Wissenschaftssenator Christoph Stölzl überreichte Spur den mit 15 000 Mark dotierten Preis, der an Georg Schlesinger erinnert, der seit 1904 die große Tradition der Technischen Universität im Bereich des Maschinenbaus und des modernen Fabrikbetriebes begründet hatte. Schlesinger richtete sein Augenmerk auch auf die Betiebsorganisation und die Humanisierung der Arbeitswelt. Da er Jude war, wurde er von den Nationalsozialisten unter beschämenden Umständen im Jahre 1933 aus seiner Wirkungsstätte an der Technischen Hochschule Charlottenburg gedrängt und musste später emigrieren. Günter Spur hat sich intensiv um die Aufklärung dieser Vorgänge auch innerhalb der TU bemüht.

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