Gesundheit : Schlink und Thies bewerben sich Humboldt-Uni: Erste Präsidentenkandidaten

Anja Kühne

Der Jurist und Autor Bernhard Schlink sowieso der Generalsekretär der Kultusministerkonferenz, Erich Thies, bewerben sich offenbar um das Amt des Präsidenten der Humboldt-Universität. Nach unbestätigten Informationen handelt es sich bei ihnen um die einzigen Bewerber, die sich bis zum Ablaufen der Ausschreibungsfrist in der vergangenen Woche gemeldet haben. Gleichwohl kann die Findungskommission der Hochschule in den nächsten Tagen noch weitere Kandidaten aktiv aufspüren und dem Konzil, dem Wahlgremium der Universität, zur Wahl vorschlagen.

Bernhard Schlink, 1944 als Sohn eines Theologieprofessors bei Bielefeld geboren, war Professor für Verfassungs- und Verwaltungsrecht in Bonn und Frankfurt, bevor er 1992 Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der HU wurde. Im Verfahren gegen die Islamische Föderation vertrat Schlink das Land Berlin im Jahr 2000 vor dem Bundesverwaltungsgericht und danach Brandenburg im Streit um das Werte-Schulfach LER. Schlink ist zugleich ein erfolgreicher Autor. Sein Roman „Der Vorleser“, in dem er die Liebesgeschichte zwischen einem Gymnasiasten und einer Straßenbahnschaffnerin Ende der 50er-Jahre erzählt, eroberte sogar die amerikanischen Bestsellerlisten. Dem Vernehmen nach hatte Schlink schon bei der Präsidentenwahl an der Humboldt-Uni vor fünf Jahren erwogen, zu kandidieren.

Schlinks Mitbewerber Erich Thies kennt sich als Generalsekretär der Kultusministerkonferenz bestens in der deutschen Bildungslandschaft aus; als ehemaliger Staatssekretär (1992 bis 1998) hat er die Berliner Hochschullandschaft entscheidend mitgestaltet. Mit der Humboldt-Universität ist Thies seit der Nachwendezeit verbunden, als er Gründungsdekan der Erziehungswissenschaften der Universität und schließlich Professor für Philosophie und Pädagogik wurde. Neben seiner langjährigen Erfahrung in Kommissionen und Arbeitsgruppen – etwa im Wissenschaftsrat – kann Thies auch Erfahrungen als Leiter einer Hochschule vorweisen: zwischen 1978 und 1986 war er Rektor der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

Noch immer kursieren im Konzil auch andere Namen. Der Erziehungswissenschaftler Heinz-Elmar Tenorth, der im Februar nicht für eine zweite Amtszeit als Vizepräsident für Lehre kandidierte, wird weiterhin genannt. Doch ist es wirklich denkbar, dass Tenorth, der von Erich Thies an die Humboldt-Universität berufen wurde, gegen diesen antreten würde? Man kann annehmen, dass sich beide über die Kandidatur von Thies abgesprochen haben.

In der Wissenschaftsszene wird auch noch immer Karl Max Einhäupl, der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, von vielen als Wunschkandidat gehandelt. Doch Einhäupl, der Direktor der Neurologischen Klinik der Charité ist, soll demnächst eins der 17 großen Zentren der Charité leiten. So bleibt ungewiss, ob er sich zu einer Kandidatur bereit- finden würde.

An der Humboldt-Universität wünschen sich auch manche, dass die Findungskommission Martin Kusch, Philosphie-Professor in Oxford, um eine Kandidatur bittet. Kusch war bei der Vizepräsidentenwahl der HU im Frühjahr seiner Gegenkandidatin, der Juristin Susanne Baer unterlegen.

Die Findungskommission, der je vier Vertreter des Kuratoriums und des Konzils angehören, wird ihren Wahlvorschlag am 17. Juni dem Konzil unterbreiten. Am 5. Juli sollen die Kandidaten im Konzil angehört werden, am 12. Juli wird der neue Präsident gewählt. Der jetzige Präsident der Humboldt-Universität, Jürgen Mlynek, war erst im Februar für eine zweite Amtszeit gewählt worden, wechselt nun aber an die Spitze der Helmholtz-Gemeinschaft. Der neue Präsident oder die neue Präsidentin soll das Amt am 1. September antreten.

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