Gesundheit : Schluckimpfung hungert Tumore aus Erfolgreiche Versuche bei Mäusen

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Mit einer Schluckimpfung auf genetischer Basis haben USForscher bei Mäusen Tumore ausgehungert. Dabei machten sie es sich zunutze, dass es ab einigen Millimetern Größe mit der Autonomie eines Krebsgeschwürs vorbei ist. Um weiter wachsen zu können, schließt sich der Tumor an die Blutversorgung an, fördert das Wachstum von Gefäßen und versorgt sich so mit Sauerstoff und Nährstoffen.

Das Forscherteam um Ralph Reisfeld vom Scripps Research Institute in La Jolla konzentrierte sich auf ein in den neuen Blutgefäßen produziertes Protein, den Rezeptor für einen Wachstumsfaktor: kurz FLK-1. Sie setzten das entsprechende Gen-Stück von FLK-1 in ein ungefährliches Bakterium ein und fütterten Mäuse mit diesem Lebendimpfstoff. Deren Immunsystem richtete sich daraufhin gegen die zum Wachstum der Blutgefäße nötigen körpereigenen Rezeptoren.

Zwei Wochen nach ihrer dritten Impfung kam in den Mäusen das Wachstum der neu sprießenden Blutgefäße zum Erliegen. Tumore der Haut, des Dickdarms und der Lunge schrumpften. Selbst bereits etablierte Metastasen stellten das Wachstum ein. Ernsthafte Nebenwirkungen, etwa Unfruchtbarkeit, traten bei der Behandlung nicht auf, wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Nature Medicine“ berichten. Lediglich die Wundheilung war leicht verzögert.

Während gängige Therapien zur Unterbindung der Blutversorgung konstant hohe Medikamentendosen benötigen, wirkt der Impfstoff noch zehn Monate nach seiner letzten Einnahme. Sollte sich der Impfstoff beim Menschen als ebenso wirksam erweisen, dann könnte er eine große Zukunft bei der Prävention wiederkehrender Geschwüre haben. dpa

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