Gesundheit : Schluss mit der Doktorinflation Dr. med. nur noch für Forscher

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Die meisten Ärzte brauchen den Doktortitel, wenn sie sich nach ihrer Universitätsausbildung niederlassen. Die Inflation des „Dr. med.” hat zur Folge, dass nicht in jedem Fall hochwertige Forschungsergebnisse mit dem Doktortitel gewürdigt werden. Dem will der Wissenschaftsrat jetzt abhelfen und zugleich die Ausbildungswege in der Medizin in einen klinischen und einen forschungsorientierten Weg neu ordnen. Der „Dr. med.” soll nur noch für wissenschaftliche Leistungen vergeben werden. Die Berufsbezeichnung „Medizinischer Doktor” wird allein für die Abschlussarbeit im Studium erteilt.

An der Personalunion von Arzt und Forscher könne angesichts der ständig weiter wachsenden Anforderungen nicht mehr festgehalten werden. Wer sich für die wissenschaftliche Laufbahn entscheidet, wählt damit zugleich die Zukunft als Forscher. Die ihm gebotene Lehre wird stark von der Theorie bestimmt. Die künftigen Ärzte dagegen müssten sich für den Schwerpunkt Krankenversorgung entscheiden. Die ihnen gebotene Lehre ist auf die Praxis bezogen – die Forschung soll patientennah sein. Eine derartige Neuorientierung der Ausbildung kann nur funktionieren, wenn es zu einem ständigen Dialog zwischen Forschern und Klinikern kommt. Deswegen werden neue Leitungs und Koordinierungsgremien wie Departements nötig. Die Universitätsmedizin müsse zur Zeit nicht nur die Einsparungen in den Hochschulen verkraften, sondern auch noch die Reduzierungen im öffentlichen Gesundheitswesen. Die Wettbewerbsfähigkeit der Forschung drohe „deutlich eingeschränkt” zu werden, warnt der Wissenschaftsrat. U.S.

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