Gesundheit : Schrittmacher fürs Hirn und bessere Sicht

Vier Projekte für den Zukunftspreis nominiert

Juliane Schäuble

Vier Projekte für den Zukunftspreis nominiert Schärfere Lichtmikroskope, Nachtsichtassistenten fürs Auto, Hirnschrittmacher und ein System, das mit Laserstrahlen biologische Proben berührungsfrei gewinnt: Vier Projekte sind für den diesjährigen Deutschen Zukunftspreis nominiert. Der mit 250 000 Euro dotierte Preis des Bundespräsidenten wird am 23. November verliehen. Die Auszeichnung gelte Projekten, die nicht nur von hoher wissenschaftlicher Qualität, sondern auch anwendungs- und damit marktreif sind, sagte der Chef des Bundespräsidialamtes, Gert Haller, bei der Bekanntgabe der Nominierten am Donnerstag in Berlin.

130 Jahre lang galt die Abbe’sche Grenze im Fluoreszenzmikroskop. Die Auflösung sei begrenzt, Objekte, die enger als 200 Nanometer (Millionstelmillimeter) beieinander liegen, nicht zu unterscheiden. Stefan Hell vom Göttinger Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie konnte die Grenze umgehen. Mit seiner Sted-Mikroskopie lassen sich Proteinverteilungen viel schärfer darstellen. Großes Potenzial liege auch in der Herstellung feinster Nanostrukturen, sagte Hell. Die Forscher erhoffen sich so ein besseres Verständnis über Zellvorgänge.

Infrarot-Fernscheinwerfer, die Forscher um Jürgen Seekircher von Daimler- Chrysler entwickelt haben, sollen nächtliches Autofahren sicherer machen. Die Scheinwerfer beleuchten die Fahrbahn. Eine Kamera an der Frontscheibe nimmt die Szene auf, die der Fahrer dann auf einem Display im Amaturenbereich sieht. Dunkel gekleidete Personen wären so viel früher erkennbar, sagte Seekircher.

Bei der Behandlung von Parkinson hilft ein neuer Hirnschrittmacher, den ein Team um Peter Tass vom Forschungszentrum Jülich entwickelt hat. Bei Parkinson sind bestimmte Hirnregionen überaktiv. Ihre Zellen feuern synchron Nervenimpulse ab, weswegen etwa die Hände unkontrolliert zittern. Bisherige Hirnschrittmacher haben oft Nebenwirkungen. Bei den neuen werden elektrische Impulse nur nach Bedarf verabreicht, um die Hirnbereiche aus dem Takt zu bringen. So sind sie laut Tass schonender und effektiver.

Mit Karin Schützes Laserverfahren werden ganze Zellen aus Präparaten berührungsfrei ausgeschnitten, ohne sie zu zerstören. Die Methode der Biologin aus dem oberbayerischen Bernried ist sowohl für die Tumor- und Stammzellforschung als auch für die Entwicklung medizinischer Wirkstoffe geeignet.

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