Gesundheit : Schüler in Sachsen-Anhalt: Pauken für Pisa?

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Lassen Sachsen-Anhalts Schulen auf Anweisung des Kultusministers den normalen Unterricht ausfallen, um die Schüler auf die kommende Pisa-Testrunde im Mai vorzubereiten? Das berichtet die „Mitteldeutsche Zeitung“. Dem Artikel zufolge habe das Kultusministerium die Schulleiter der 73 für den Test ausgewählten Schulen eingeladen und sie für ein spezielles Pisa-Training zu begeistern versucht. An Gymnasien lösten seitdem zum Teil ganze Klassen Pisa-Aufgaben, statt mit dem normalen Lehrstoff weiterzumachen. In Sekundarschulen gebe es Extrastunden für die 15-Jährigen, deren Können bei Pisa überprüft wird. Die Lehrer seien angewiesen worden, auf „Lernplateaus“ zu verharren, bis die Tests geschrieben wurden. Lehrer beschwerten sich daraufhin, dass sie so den Stoff des Schuljahres nicht schaffen könnten.

Auf den Bericht folgte umgehend ein Dementi. Die „Lernplateaus“ seien eine „reine Erfindung“, widersprach Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz (parteilos). Er habe vielmehr immer wieder öffentlich vor einer Pisa-Panik gewarnt. Allerdings gebe es in zahlreichen Fächern inzwischen Bildungsstandards und Pools niveaubestimmender Aufgaben, die in regelmäßigen Vergleichsarbeiten in allen Jahrgängen abgeprüft würden. Pisa sei in diesen Fällen „keine Ausnahmesituation, sondern der angestrebte Regelfall“, sagte Olbertz: „Schulen, die nicht üben, können keine guten Schulen sein.“ Mitte Mai finden deutschlandweit Tests für die nächste Runde des internationalen Schulleistungstests Pisa statt. Diesmal werden schwerpunktmäßig Naturwissenschaften abgefragt. Sachsen-Anhalt hatte bei der letzten Pisa-Studie im Vergleich mit anderen der Bundesländern einen großen Sprung nach vorn getan. tiw

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