Gesundheit : Schüler-Laptop: Lehrerverband spricht sich gegen die Idee von Bundesbildungsministerin Bulmahn aus

Der Deutsche Lehrerverband (DL) hat Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn wegen ihrer Forderung nach einer Laptop-Ausstattung für alle Schüler scharf kritisiert. Die SPD-Politikerin hatte angekündigt, dass bis zum Jahr 2006 jeder Schüler seinen eigenen Laptop zur Verfügung haben solle. Der Computer werde in seiner Bedeutung für die Schulen überschätzt, sagte DL-Präsident Josef Kraus gestern in Bonn. Sein Verband befürchte eine "gigantische Fehlinvestition". Die Gesamtkosten für eine Laptop-Ausstattung der zwölf Millionen Schüler in Deutschland werden auf insgesamt etwa 82 Milliarden Mark geschätzt.

Nach Ansicht des Lehrerverbandes reichte es, wenn an allgemein bildenden Schulen rund fünf bis zehn Prozent der Schüler einen eigenen Computerarbeitsplatz hätten. Die Einführung des Internet sei für die Schule zudem selbstverständlich und in nichts revolutionär. Es sei schwer nachvollziehbar, worin der Vorzug einer vernetzten Schule liegen solle, wenn man das Meiste, was das Internet dem Schüler einer allgemein bildenden Schule an Sinnvollem biete, in einem Buch nachschlagen könne. Schließlich werde derjenige, der sich in einem Buch oder einer Bibliothek nicht zurecht finde, auch im Internet nicht klar kommen.

Weiterhin forderte der Lehrerverband eine Unterscheidung des Computer-Einsatzes entsprechend den unterschiedlichen Schultypen. Es müsse differenziert werden, für welchen Zweck ein Grundschüler, ein Schüler einer weiterführenden oder einer Berufsschule einen Laptop brauche.

Bundesbildungsminisiterin Bulmahn hatte zur Finanzierung dieses groß angelegten Programms vorgeschlagen, dass sich private Sponsoren und die Länder darum kümmern. In den USA, die damit weiter sind als Deutschland, werden jährlich etwa 6 Milliarden Dollar dafür investiert.

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