Gesundheit : Schulausbildung: Grünes Konzept zur Schulzeitverkürzung

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Jedem Kind sein eigenes Tempo - unter diesem Motto wollen die Grünen die Schulausbildung verändern. Die ersten beiden Klassen der Grundschule sollen zu einer altersgemischten Eingangsstufe zusammengefasst werden, die in ein, zwei oder drei Jahren durchlaufen werden kann. Die elfte Klasse soll übersprungen oder für Auslandsaufenthalte oder Praktika genutzt werden können. Die Zeit bis zum Abitur würde dann je nach individueller Leistung eines Schülers elf bis 13 Jahre dauern. Diese Vorschläge stellte gestern die Bundesarbeitgemeinschaft "Bildung" von Bündnis 90/Die Grünen in einem Positionspapier zur Schulzeitverkürzung vor.

"Wir müssen die Illusion aufgeben, dass Kinder in der gleichen Zeit das Gleiche lernen", sagte Sybille Volkholz, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft. Sie wandte sich damit auch gegen Vorschläge, die Schulzeit bis zum Abitur flächendeckend auf zwölf oder 13 Jahre festzulegen oder gesonderte "D-Zug"-Klassen einzurichten, die in insgesamt zwölf Jahren zum Abitur führen. Stattdessen soll es durch zusätzliche Förderkurse in der zehnten Klasse leichter werden, die elfte Jahrgangsstufe zu überspringen.

Die Reform soll auch Anreiz schaffen, Kinder früher einzuschulen. Sechs Jahre und acht Monate alt sind deutsche Schulanfänger im Durchschnitt, älter als in den meisten europäischen Ländern. Damit eine frühe Einschulung die Kinder nicht überfordert, sollen Pädagogen verstärkt auf ihre individuellen Entwicklungen und Neigungen eingehen. Auch soll die Ganztagsbetreuung an Grundschulen ausgeweitet werden. Die Grünen wollen nun in den Landesparlamenten erste Initiativen ergreifen, um diese Vorschläge zu verwirklichen.

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