Gesundheit : Schulreform: Mehr Lehrer für die Lehranstalten

An den Schulen müssen nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) künftig wesentlich mehr Lehrer beschäftigt werden. Im deutschen Schulsystem fehlten infolge eines Einstellungsdefizits und vorgezogener Pensionierungen rund 50 000 Lehrer, bilanziert die GEW. Der Essener Bildungsforscher Klaus Klemm sagte, allein um die aus dem Schuldienst ausscheidenden Lehrer zu ersetzen, müssten bis 2005 jährlich 20 000 Bewerber eingestellt werden. Danach steige der Bedarf auf 27 000 Personen jährlich. Die 35 000 bis 40 000 Studienanfänger reichten zur Bedarfsdeckung nicht aus. Zum einen schlössen nicht alle ihr Studium erfolgreich ab, zum anderen würden sie von der Wirtschaft abgeworben, die attraktivere Stellen anbieten könne.

An bayerischen Schulen soll künftig mehr Grundwissen vermittelt werden. Dafür würden die Lehrpläne der Gymnasien um 30 Prozent gekürzt, kündigte die bayerische Kultusministerin Monika Hohlmeier (CSU) an. Gestrichen werde vor allem bisher verbindlich vorgeschriebenes Detailwissen, das die Schüler erfahrungsgemäß auf Dauer nicht behielten. Außerdem sollen Team- und Projektarbeit mehr Platz bekommen.

Ziel der Kürzung sei es, Schülern und Lehrern mehr Freiräume zu schaffen, um Erlerntes zu wiederholen oder aktuelle Themen aufzugreifen. Das erforderliche Grundwissen werde im Lehrplan genau festgehalten und müsse auch den Schülern einsichtig sein, sagte Hohlmeier.

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