Gesundheit : Shakespeares Horrorstories als opernwissenschaftliche Geisterbahn

Sonja Bonin

Endspurt für den Gelehrten-Jour Fixe. Mit zwölf Vorträgen geht die Diskussionsreihe "Erbschaft unserer Zeit - Zum Wissenstand der Epoche" des Potsdamer Einstein Forums in seine letzte Runde. Jeden zweiten Dienstag im Monat diskutieren herausragende Wissenschaftler aus Natur,- Geistes- und Sozialwissenschaften über Stand und Zukunft ihrer Forschung.

Die erste Referentin des Jahres, die 42jährige Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Bronfen ist ein gutes Beispiel für die dabei erwünschten Grenzüberschreitungen zwischen den Disziplinen. Ihre Überlegungen zu Shakespeare, Freud und dem modernen Horrorfilm preist der Initiator der Reihe, Gary Smith, als "Literatur- und Opernhistorische Geisterbahn" an. Am 8. Februar spricht der Biochemiker Ernst-Ludwig Winnacker, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, über Gentechnik. Ihm folgen Jürgen Kocka über "Geschichte und Zukunft der Arbeit" (14. März), Homi Bhabha zu "Überleben und Kreativität am Anfang eines neuen Jahrhunderts" (11. April), Anthony Grafton über "Alteuropa als Postmoderne" (9. Mai) und der Neurobiologe Christof Koch mit einem Vortrag über "Gehirn und Bewusstsein" (13. Juni). Den Abschluss der Reihe im Dezember wird voraussichtlich Umberto Eco übernehmen. Die Mitveranstalter der Vortragsreihe, die Berliner Festspiele, bereiten damit gleichzeitig ihre nächste "Jahrhundertausstellung" im Martin-Gropius-Bau vor ("7 Hügel - Bilder und Zeichen des 21. Jahrhunderts", ab 14. Mai).

Jedem Vortrag in der Staatsbibliothek am Potsdamer Platz folgt am darauffolgenden Tag ein Seminar im Einstein Forum in Potsdam. Die "edition suhrkamp" veröffentlicht im April wieder vier Bände mit Texten aus der Reihe.Elisabeth Bronfen: "Cross-Mapping. Ein Versuch zur Intermedialität". 19 Uhr, Otto-Braun-Saal der Staatsbibliothek, Potsdamer Straße 33. Infos unter Tel.: 0331/27178-0

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