Gesundheit : Siemens entwickelte ein kleines Kombi-Kraftwerk

gih

Bei der Konstruktion und Kombination von effizienten Brennstoffzellen sind die Ingenieure von Siemens Westinghouse in Pittsburgh einen bedeutenden Schritt weitergekommen. Sie verbanden eine erdgasbetriebene "heiße" Brennstoffzelle mit einer Mikro-Gasturbine. Die gesamte Anlage hat eine Leistung von 220 Kilowatt, sie setzt fast 60 Prozent der Energie in Strom um.

Brennstoffzellen besitzen den Vorteil, dass sie den Energieträger (Wasserstoff oder Erdgas) ohne direkte Verbrennung in elektrischen Strom umwandeln, aber auch in Wärme. Dies jedenfalls ist bei den Festoxid-Bautypen (SOFC) der Fall. Sie sind sehr bedienungsfreundlich, weil sie keine drehenden Teile besitzen, daher arbeiten sie auch leise. Es entstehen keine Schadstoffe, denn sie setzen das Gas direkt in Wasser und kleinere Mengen Kohlendioxid um. Die bisherigen Nachteile bestanden in der komplizierten Herstellung und den damit einhergehenden hohen Kosten.

Die Siemens-Entwicklung arbeitet jedoch nicht, wie sonst üblich, mit dicht nebeneinander in Reihe gestellten Platten, sondern mit Keramik-Hohlröhren; sie sind 1,5 Meter lang, 22 Millimeter dick und zu Modulen zusammengepackt. Außen streicht das Gas entlang, innen wird Luftsauerstoff hineingeleitet. Die Ionen-Wanderung, die den Stromfluss an den Elektroden verursacht, findet hierbei durch das keramische Material statt, das also gleichsam als Membran wirkt.

Dabei erhitzt sich das Abgas auf rund 950 Grad, was für die ungenutzte Ableitung ins Freie zu schade wäre. Deshalb setzten die Ingnieure noch eine Gasturbine samt Stromgenerator hintendran, so dass eine Umsetzung der Energie zu 60 Prozent und in besonders ausgeklügelten Anlagen bis zu 70 Prozent möglich ist.

Nun sind solche Anlagen nicht für die zentrale Energieversorgung gebaut, dafür haben sie ein zu geringe Leistung und für solche Aufgaben gibt es wesentlich größere Anlagen, die mit anderer Technik arbeiten. Allerdings wären die "kleinen" Kombikraftwerke geeignet, in Industrieanlagen, Einkaufszentren, Krankenhäusern, Flughäfen zur Stromversorgung beizutragen, sie etwa auch in Wohnanlagen (dezentral) zu übernehmen, heißt es in der Siemens-Mitteilung.

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